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  • Gozney Arc XL im Test

    Gozney macht nach seinem Start mit dem "hässlichen Entlein" Roccbox mit ästhetisch sehr ansprechenden Öfen wie dem Dome oder dem Gozney Arc bzw. Arc XL von sich reden. Was der Arc XL in der Praxis kann, liest du hier. Vor dem Test Wir konnten den Gozney Arc XL ungebraucht aus zweiter Hand erwerben - lediglich der Brenner wurde bereits einmal getestet. Was uns bei der Abholung sofort auffiel, war, dass der Gozney Arc XL, obwohl ungebraucht, komplett verrusst war, man machte sich also leider schnell Hände und Kleider dreckig. Was wir nun also schon Mal wissen, ist, dass der Gozney Arc XL selbst bei einem kurzen anlassen des Brenners eine extreme Menge Russ absondert welche andere Öfen, wie ein Pizzaparty Ardore, in jahrelangem Betrieb nicht hinbekommen. Beunruhigend wenn man bedenkt, dass Russ gemäss der Schweizerischen Krebsliga nachweislich krebserregend ist. Um uns von dem Krebsgedanken abzulenken wollten wir uns möglichst schnell ans Pizza backen machen - da dem uns mitgelieferten Druckregler aber eine Dichtung fehlte, galt es zuerst diese zu organisieren. Wir nehmen an, dieser Missstand lag lediglich am Vorbesitzer und hoffen, die CH-Importeure halten sich die geltenden Gesetze und Verordnungen betreffend Gasgeräte, weshalb wir dies dem Gozney Arc XL nicht negativ anhaften möchten. Aufheiztest Der ästhetisch sehr gelungene Gozney Arc XL direkt nach dem Zünden. Der Gozney Arc XL braucht Propangas wie jeder andere Gasgrill & Gas-Pizzaofen auch. Der Brenner zündet sehr zuverlässig mit dem eingebauten Batteriezünder, welcher das Anzünden zum Kinderspiel macht. Neben dem automatischen Zünder ist auch ein Thermometer miteingebaut. Mal schauen was dieses nach 15 Minuten aufheizen auf voller Leistung meint. Ziemliche Differenz - das eingebaute Thermometer und das Infrarotthermometer sind sich nicht einig. Während das eingebaute Thermometer nach 15 Minuten lediglich 255° erreichte, kam unser Infrarotthermometer bereits auf 350-360°. Die Differenz war so gross, dass wir sogar an unserem Infrarotthermometer zu Zweifeln begannen und den eingestellten Abstrahlwert überprüften - dieser war jedoch auf den korrekten 0.95 für Stein eingestellt. Weitere 15 Minuten später näherten sich die Werte des externen Thermometers und des Ofens an. Sind auf Versöhnungskurs - das Infrarotthermometer und der Gozney Arc XL Nach 30 Minuten haben wir also lediglich 423.3° auf dem Stein, was wohl an der sehr grossen Frontöffnung liegen dürfte, welche im Gegenzug ein legendär gutes Backfläche zu Ofenbreite Verhältnis bietet was in der Praxis sowieso wichtiger sein dürfte als eine um fünf Minuten kürzere Aufheizzeit. Nach ungefähr 40 Minuten bietet sich folgendes Bild Die Thermometer haben sich nach 40 Minuten wieder versöhnt und zeigen ungefähr die gleichen Werte an. Während der Gozney Arc XL nach 40 Minuten Aufheizen ready für seine erste Pizza ist, muss man leider auch feststellen, dass die Russeskalation selbst auf dem schwarzen Ofen in obigem Bild in der rechten oberen Ecke bereits jetzt zu erkennen ist (Sieht aus wie ein Schatten, nur färbt dieser Schatten halt ab). Gozney argumentiert, die unvollständige Verbrennung des Gases sei gewollt, da so ein schöner Flammenüberwurf (Gozney Marketingsprech = Rolling Flame) erreicht werde, welcher eine gleichmässigere Hitzeverteilung ermögliche. Die Hitzeverteilung Links-Rechts ist tatsächlich gut, besser als beispielsweise bei den von uns getesteten Ooni Modellen. Im Vergleich zu einem Pizzaparty Ardore ist jedoch keine Verbesserung erkennbar - der Ardore setzt anstelle schlechter Verbrennung auf einen höher platzierten Brenner und eine rundere Kuppelform. Die grössten Temperaturunterschiede gibt es unserer Erfahrung nach sowieso von hinten nach vorne zur Öffnung hin und das ist auch beim Arc XL - trotz jeder Menge Russ - nicht anders. Backtest Wie immer testen wir auch den Gozney Arc XL mit einer Margherita. Den Teig dazu haben wir mit dem Verace Napulé Mehl nach folgendem Rezept in unserer Sunmix zwei Tage zuvor vorbereitet. Die Margherita vor dem Backen. Die Pizza liess sich aufgrund der schön grossen Backfläche und natürlich dank unserer Profi-Drehschaufel hervorragend wenden. Das Resultat konnte sich sehen lassen. Profis werden es sofort merken, der Teig war noch etwas zu kalt weshalb sich ein übermässiges Leoparding bildete. Als "Biscotto-Trottel" beachteten wir natürlich mal wieder nicht, die Temperatur für den Cordierit Stein runterzuschrauben und backten bei effektiv minim über 500°, was etwas zu viel für diesen Stein ist. Trotz zu hoher Steintemperatur noch immer im Rahmen - gefühlt verbrennt der Ooni Cordierit die Pizzen schon früher als der Gozney Cordierit. Der Gozney Arc XL ist sogar so nett und warnt direkt bei Temperaturen über 480° womit auch Biscottonutzer es schaffen sollten mit der korrekten Steintemperatur zu backen. Alles über 480° ist für den Gozney Arc XL im roten Bereich Um dem Cordierit auch noch eine faire Chance mit passenden Temperaturen zu bieten, gab es nach einer Reinigung der Backfläche mit unserer Ofenbürste natürlich noch weitere Pizzen bei ca. 450 Grad. Mit dem Gozney Arc XL lassen sich also trotz Cordierit Stein gute Resultate erzielen, wenn man sich etwas Mühe gibt. Die nötige "tiefe" Steintemperatur erfordert entweder, die Pizza länger mit der Drehschaufel an der Flamme zu halten oder die Brennerleistung etwas zu erhöhen. Da der Drehregler vorne am Gerät sitzt, ist das kaum Aufwand – im Gegensatz zum Pizzaparty Ardore oder Ooni Öfen, dessen Regler hinten liegen. Dort braucht man ihn dank des Biscotto-Steins aber etwas seltener. Da aus dieser Pizza eine Tiefkühlpizza werden sollte, war die etwas geringere Oberhitze sehr willkommen. Fazit Der Gozney Arc XL ist ein wunderschöner und aufgrund seiner im Verhältnis zur Backfläche geringen Grösse auch ein praktischer Ofen. Trotz billigem Cordierit Stein lassen sich mit wenig Zusatzaufwand sehr gute Pizzen backen. Nach unserer Erfahrung ist der Gozney Arc XL der bisher beste in China hergestellte Pizzaofen, den wir getestet haben. Gozneys grösste Stärke ist aber gleichzeitig auch die grösste Schwäche. Professionelle Pizzaöfen wurden optisch und befeuerungstechnisch so gut kopiert, dass ein Arc XL mehr Russ in die Umgebung schleudert als sämtliche grossen Gas und Holz Gastroöfen die wir bisher benutzt haben. Abgase die wir persönlich lieber nicht über unsere Pizza geleitet hätten.   Wie alle Tests von pizzaschaufel.ch  erfolgte auch dieser Test auf eigene Rechnung, eine Einflussnahme des Herstellers ist daher unmöglich. Es handelt sich um die freie Meinung des Autors.

  • Der Macte Nettuno im Test

    Wer auch mal Brot oder Focaccia backen will, kommt mit den an CH-Standardsteckdosen verwendbare Pizzaöfen Voyager Smart und Effeuno N3 nicht weit, da ihnen die Höhe und die bei längeren Backzeiten erforderliche Unterhitze fehlt. Macte Ovens bietet mit dem Nettuno eine preisgünstige Option sämtliche Optionen offen zu halten - was der Ofen taugt, erfährst du im pizzaschaufel.ch Testbericht. Unboxing Der Macte Nettuno kommt wie sein kleiner Bruder, der Voyager Smart im unscheinbaren Karton daher, nicht einmal der Name des Ofens wird erwähnt. Unscheinbar, der Ofentyp bleibt bis zum Öffnen des Kartons ein Geheimnis. Nach dem Öffnen springt einem die Anleitung in NFC-Kreditkartenform (was auch immer das bringen soll, den meisten wäre eine ausgedruckte Anleitung wohl lieber) und die nochmals eingepackte Türe entgegen. Die Türe muss, wie bei Macte üblich, erst noch montiert werden, sie befindet sich im weissen Karton - dafür gibt es keine Transportschäden. Unter der Tür und der Anleitung befindet sich der Ofen selbst - wie bei uns üblich kommt dieser natürlich direkt mit dem für die Schweiz zugelassenen Stecker bzw. hier Fixadapter. Der T23 Stecker des Macte Nettunos Nach dem Entnehmen des Ofens findet man, wie leider häufig bei Italienischen Herstellern, Styropor. Immerhin nicht riesige Mengen Styropor. Der Nettuno kommt mit zwei Steinen, einem Cordierit für Brot Focaccia & co sowie einem Biscotto di Casapulla, welche sich beide halbiert und verpackt im Ofeninnern befinden. Mit oberer und unterer Heizschlange bestückter Macte Nettuno. Inzwischen setzt Macte bei den durch sie selbst verkauften Öfen auf billig Biscotti welche nicht unseren Qualitätsvorstellungen entsprechen, weshalb wir weiterhin exklusiv nur Öfen mit dem teureren Biscotto Saputo für euch herstellen lassen. Qualitätsbiscotto von Saputo auf Cordierit, da wir weiterhin auf Saputo setzen gibt es bei uns zusammenpassende Steine und somit eine ebene Fläche für deine Pizza. Da der Macte Ovens Nettuno eine untere Heizschlange hat, ist es wichtig die Steine hintereinander und nicht nebeneinander zu platzieren (ansonsten drücken die Steine auf die Heizschlange). Die hintereinander platzierten Biscotti Saputo im Macte Nettuno Bevor wir obiges Bild erstellten, galt es noch die Schutzfolien zu entfernen und die Türe zu montieren. Was uns besonders gefällt ist das Scharnier, welches sich ohne Hilfe von Nägeln offenhalten und dann sichern lässt (bitte hinschauen und lernen Effeuno!). Das Türscharnier lässt sich einfach in der Montageposition arretieren und die Türe kann somit auch zum Reinigen leicht entnommen werden. Aufheiztest Bevor wir unseren Macte Ovens Nettuno einbrennen und nach dem erneuten Abkühlen zu unserem beliebten Aufheiztest antreten lassen können braucht der Ofen natürlich Strom. Da der Pizzaofen mit oberem und unterem Heizelement auf über 2.3 KW Leistung kommt (2.975 KW, um genau zu sein) kann er nicht an der Schweizer Standard Haushaltssteckdose (T13) betrieben werden. Aber keine Sorge, nahezu alle Bauten mit Elektroinstallationen neuer als 20 Jahre haben irgendwo eine T23 Steckdose (meistens für Waschtürme, Geschirrspüler und ähnliche Gerätschaften) welche bis 3.68 KW verträgt. Jedenfalls wurden sogar wir in unserem Block aus den 50-er Jahren mit 2003 renovierter Küche fündig. Für den Geschirrspüler gibt es eine T23 Steckdose (obwohl der Geschirrspüler gemäss seinem Stecker sich eigentlich mit 2.3 KW begnügen müsste - aber wir beklagen uns natürlich nicht über eine Steckdose mit mehr Leistung für unseren Pizzaofen). Unsere hinter dem Siphon versteckte T25 Steckdose welche naturgemäss auch einen T23 Steckplatz (die unteren drei eckige Löcher) beinhaltet. Damit wir von der Platzierung her etwas flexibler waren haben wir uns noch ein T23 Verlängerungskabel zugelegt. Nach diesem kleinen Steckdosenexkurs nun zu unserem Aufheiztest. Da die Verpackung des Macte Nettunos keine grossspurigen Versprechungen macht, haben wir mal nach 15 Minuten zu messen begonnen. Die Temperatur nach 15 Minuten. Wer also (wie wir) dachte, der Nettuno würde mit seinen fast 3KW wesentlich schneller aufheizen als ein Voyager Smart mit 1.9KW täuscht sich - da es viel mehr Raum aufzuheizen gilt, ist die Aufheizleistung etwa gleich oder sogar minim langsamer als beim kleinen Bruder. Temperatur nach 25 Minuten Schon bald nach der 500° Messung erreichte der Ofen ein OH - Over Heat, sprich über 550° und für unser Thermometer somit nicht mehr messbar. Temperatur nach ca. 30 Minuten Der Nettuno, italienisch für Neptun, erreicht also sehr hohe Temperaturen. Inwieweit der Name eines ca. -200° kalten Planeten zu einem sehr heiss werdenden Pizzaofen passen soll muss jede*r für sich selbst beurteilen. Backtest Ein Novum steht an in unserer Testreihe, so werden wir im Nettuno nicht nur Pizza sondern, da der Ofen insbesondere auch dafür gemacht ist, auch Brot backen. Zuerst aber zu unserer klassischen Margherita. Die für unseren Macte Nettuno bestimmte Pizza Margherita. Für den Teig haben wir wie immer auf das AVPN Standardrezept gesetzt und, da wir gleich eine etwas grössere Menge Teig (Acht Teiglinge) machten, das Kneten unserer Sunmix Easy 6 überlassen. Auch im Nettuno sind bei höheren Temperaturen (ab ca. 420°C) Drehungen nötig. Unsere erste Pizza aus dem Nettuno Auch die weiteren Pizzen gelangen uns auf Anhieb sehr gut - was bei den richtigen Temperaturen und einem Biscotto Saputo auch nicht verwunderlich ist. Bald jedoch stellten wir fest, dass das untere Heizelement für unseren momentanen Bedarf (mit Pausen von ca. 2-3 Minuten zwischen den Pizzen) zu viel Hitze abgibt und mussten da etwas runterregeln. Schön zu wissen, dass man noch absolut genügend Reserve hat aber abgesehen vom erstmaligen Aufheizen und von grösseren Anlässen mit sehr schnellem Einschiessen der Pizzen wird man das untere Heizelement im Pizzaszenario wohl nie gebrauchen. Nach dem Abstellen der Unterhitze gelangen uns perfekte Pizzen mit perfekten Böden. Da der Nettuno aber eben nicht nur für Pizza konzipiert wurde haben wir ihn wie schon versprochen auch mit Brot getestet. Dazu haben wir jeweils 400 Gramm Mehl (z.B. Ruch, Pizza oder ähnlich, was mit dieser Hydration nicht funktionieren würde, wäre Dinkelmehl), 8 Gramm Salz und eine Prise Trockenhefe mit 300 Gramm lauwarmem Wasser zusammengerührt (ohne Kneten) und so zwei bis drei Stunden stehen lassen. Danach haben wir den entstandenen "Teig" 4-Fach gefaltet (mit Fokus aufs Falten, kein Zerreissen bzw. Kneten) und so auch gleich etwas auf Spannung gebracht. Danach landete der Teig für die Nacht im gut bemehlten Gärkörbchen. Am Morgen galt es dann ernst und wir kippten das Brot auf die Brotschaufel. Das Gärkörbchen auf der Brotschaufel. Das Kippen stellte sich trotz gut bemehltem Gärkörbchen als nicht ganz einfach heraus. Im 280-300° hiessen Ofen mit auf Cordierit gewechseltem Stein dauerte das Backen kurze 10-15 Minuten. Um ein zu frühes austrocknen der Brotoberfläche zu verhindern haben wir für Dampf im Ofen gesorgt. Das kann man entweder mit einem speziellen Bedampfer oder etwas umständlicher dafür günstiger mit einer Tasse voll Wasser im Ofen. Was wir schnell feststellten, war, dass die Unterhitze - ganz im Gegensatz zur Neapolitanischen Pizza - beim Brot backen essenziell ist. Wir haben diese über die verschiedenen Versuche jeweils kontinuierlich erhöht und sind schlussendlich fast bei der Maximalleistung der unteren Heizschlange gelandet. Mit dem Resultat waren wir sehr zufrieden und das Brot war jeweils innert kürzester Zeit gegessen. Ein Brot aus dem Macte Nettuno. Fazit Der Macte Nettuno vereint alles, was ein Backofen können muss. Ob neapolitanische Pizza auf dem Biscotto Saputo oder anderes Gebäck auf Cordierit, der Nettuno hat für alles die passende Konfiguration bereit. Trotz seiner Vielseitigkeit lässt sich der Nettuno mit nur einem Knopf und zwei Drehregler ultimativ einfach und schnell bedienen. Was uns besonders beim Pizzabacken gefiel,, war der zusätzliche Platz und der Abstand zur oberen Heizschlange im Vergleich zu einem Voyager/N3, nicht dass dieser unbedingt nötig wäre aber mit mehr Platz lässt es sich halt immer komfortabler arbeiten. Regelrecht durchgesetzt hat sich in meinem Wochenendalltag das Backen eines Brotes im Nettuno, aufgrund der sehr kurzen Aufheizzeit und der noch kürzeren Backzeit kriege ich ungefähr eine Stunde mehr Schlaf als wenn ich ein Brot im Haushaltsbackofen backe. Ein kleiner Downer ist die T23 Steckdose, für welche man jeweils den Geschirrspüler ausstecken muss jedoch macht unserer Ansicht nach die durch die untere Heizschlange gewonnene Flexibilität den Zusatzaufwand der Steckdosensuche wett. Wie alle Tests von pizzaschaufel.ch  erfolgte auch dieser Test auf eigene Rechnung, eine Einflussnahme des Herstellers ist daher unmöglich. Es handelt sich um die freie Meinung des Autors.

  • Effeuno lanciert die Easy Pizza Pro Linie

    Effeuno gibt der Easy Pizza Linie (bisherige Standardmodelle mit Drehregler) ein Upgrade, spendiert ihr eine digitale Steuerung und nennt die Linie neu Easy Pizza Pro. Worin sie sich sonst noch von der Easy Pizza Linie unterscheidet liest du im pizzaschaufel.ch -Blog. Bisher bestand die Easy Pizza Linie von Effeuno aus folgenden Öfen: Neu werden die analogen Thermostaten in der Easy Pizza Pro Linie durch digitale Pendants ersetzt, ausserdem ändert sich dadurch auch die Bedienung welche nun anstatt mit physischen Drehreglern mit einer Touch-Oberfläche geschieht. Durch die digitale Temperatursteuerung wird nun ein präziseres Einstellen der Temperatur möglich. Effeuno verbildlicht das so (Rot = Easy Pizza und Blau = Easy Pizza Pro). Die genauere Temperatureinstellung und das Halten ebendieser ist ein Vorteil der digitalen Steuerung. Im Bereich der Steuerung der Heizelemente hat Effeuno zudem eine Boost Funktion hinzugefügt. Somit kannst du mit den Pizzaöfen der Easy Pizza Pro Linie für 60 Sekunden die volle Leistung eines gewünschten Heizelementes abrufen. Damit man die Situation im Ofen besser einschätzen kann gibt es ausserdem neu eine Anzeige ob ein Heizelement gerade in Betrieb ist oder nicht. Die neuen Touch-Bedienelemente Zu den weiteren kleinen Verbesserungen die Effeuno vorgenommen hat, zählt beispielsweise die Lampe, welche nun nicht mehr auf der Seite, sondern hinten in der Mitte unter den Zuleitungen für das Heizelement angebracht wird. Neu schön in der Mitte, die Lampe der Easy Pizza Pro Serie. Effeuno hat auch die Aufhängung des Heizelementes im Vergleich zur regulären Easy Pizza Serie verbessert. Die neue Aufhängung der Easy Pizza Pro Serie. Fazit Der Wechsel von der Easy Pizza zur Easy Pizza Pro Serie stellt eher eine Evolution als eine Revolution dar. Die genauere Steuerung des Ofens empfinden wir als sinnvoll und auch die kleinen Verbesserungen gefallen uns gut. Was uns persönlich weniger gefällt sind Touchscreens in der Küche und die langsam aber sicher überbordende Namenslänge der Effeuno Öfen "Effeuno Easy Pizza Pro P134HA" - ernsthaft? In Sachen Namen hat Macte das Wort Easy viel mehr auf ihrer Seite obwohl es Easy in keinem der Ofennamen gibt. Da Effeuno die reguläre Easy Linie nicht mehr weiter produziert, bleibt - sobald unser Lager abverkauft ist - nur noch die N-Linie von Effeuno mit einfacher haptischer Bedienung übrig. Es lohnt sich also bei unseren Lageröfen zuzuschlagen falls man eher weniger begeistert von Touchscreens ist - ein Nachbestellen ist nicht mehr möglich. Sagen dir Touchscreens (und hoffentlich vor Allem die positiven Neuerungen der Pro-Serie) zu, so kannst du dir deinen Ofen ab sofort sichern, wir konnten uns ein kleines, beschränktes Vorverkaufskontingent sichern.

  • Fior di Latte oder Büffelmozzarella, was ist besser für deine Pizza?

    Gleich mal vorweg, Fior di Latte und Büffelmozzarella sind die gleiche Art von Käse - nämlich Varianten von Mozzarella - sprich auch die Bezeichnung Mozzarella Fior di Latte ist korrekt. Trotzdem gibt es Unterschiede welche wir hier herausarbeiten wollen. Theorie Zuerst gleich zum offensichtlichen Unterschied, Fior di Latte wird aus Kuhmilch und Büffelmozzarella aus der Milch des Wasserbüffels hergestellt. Da Wasserbüffel weniger Milchleistung haben als Hausrinder, ist die Milch gehaltvoller, cremiger und somit fettiger. Wohl auch aufgrund der tieferen Milchleistung sind die Haltungsbedingungen der Büffel in Italien häufig sehr kritisch wie Arte in folgender Dokumentation zeigt. Die dann verkäste Büffelmilch ist ein Mozzarellaprodukt welches in Lake verkauft wird während ein Mozzarella Fior di Latte ohne diese auskommt und somit trockener ist. Aus diesem Grund hat das wässrigere Büffelprodukt tiefere Fett und Proteinwerte als ein Fior di Latte, dies zumindest bei der Entnahme aus der Packung (sprich mit sämtlicher Flüssigkeit noch in der Kugel). Der Fior di Latte hingegen ist eine Mozzarella Art die mit Fokus darauf produziert wird, dass sie auf der Pizza nicht wässert. Praxistest Fior di Latte vs Büffelmozzarella Zum Direktvergleich haben wir uns eine Packung unseres bzw. dem Swiss Premium Mozzarella Fior di Lattes genommen und ihn mit dem Bio Büffelmozzarella der Chäs-Hütte Meierskappel aus Zentralschweizer Büffelmilch getestet (bei der Genossenschaft Migros Luzern als "Aus der Region" Produkt erhältlich oder schweizweit bei Farmy.ch ) Bereits beim Schneiden werden Unterschiede offensichtlich, während der feste Fior di Latte sich unspektakulär mit unserem Käseschneider schneiden liess, ist dies beim Büffelmozzarella nicht möglich. Oben Links ist zu erkennen wie sich die etwas trockenere Haut vom Inhalt löst. Sobald man eine Art trockene Haut durchschnitten hat, erscheint ein nahezu flüssiger Kern welcher bei kleinstem Druck Wasser verliert - ähnlich einer Burrata Kugel bzw. dessen Füllung Straciatella (beides übrigens auch Varianten von Mozzarella). Lässt man den geschnittenen Büffelmozzarella etwas im Kühlschrank stehen, so verliert er weiter Flüssigkeit. Jedoch reicht auch das nicht aus um ihn sinnvoll auf einer Pizza verwenden zu können. Schon nach kurzer Zeit im Kühlschrank entsteht ein kleiner See. Um den Büffelmozzarella effektiv auf einer Pizza verwenden zu können, muss dieser ausgepresst werden, nur so verhindert man einen grossen See. Da nach dem Auspressen ein Klumpen entstanden ist, muss der Büffelmozzarella für die Pizza erneut in kleine Stücke zerzupft werden. Beim Backen im Pizzaparty Ardore verhalten sich Fior di Latte und Büffelmozzarella relativ ähnlich, der Fior di Latte karamellisiert etwas mehr dafür zerläuft der Büffelmozzarella stärker. Die Büffelmozzarella Pizza nach dem Backen im Pizzaparty Ardore Geschmacklich ist der Büffelmozzarella etwas intensiver als Fior di Latte - was unter Umständen nicht alle mögen - den meisten im Pizzaschaufel.ch Team aber sehr gut schmeckt. Beim Fior di Latte gefiel uns das Fäden ziehen besser. Fazit Was soll nun auf meine Pizza, Fior di Latte oder Büffelmozzarella? Es eignen sich beide Mozzarella Varianten sehr gut für Pizza. Beim Büffelmozzarella gibt es aber einiges an Zusatzaufwand zu beachten, so muss dieser wirklich so gut wie nur irgendwie möglich "entsaftet" werden damit er nicht die komplette Pizza zerstört. Ausserdem ist Büffelmozzarella - zumindest für Personen mit intaktem moralischem Kompass - eine sehr teure Angelegenheit, pro Pizza muss mit ca. CHF 5 gerechnet werden, während man mit Fior di Latte bei ca. CHF 1.5 pro Pizza zu liegen kommt. Da sich über Geschmack bekanntlich nicht (oder eben doch?) streiten lässt können wir nicht pauschal sagen welcher Mozzarella auf der Pizza nun endgültig besser schmeckt - die Abwechslung macht das Leben wohl am Interessantesten. Fior di Latte kriegst du natürlich bei uns

  • Der Landi Universal Pizzaofen im Test

    Seit neuestem bietet auch die Landi einen Pizzaofen feil. Zum Preis von lediglich CHF 175 verspricht der Prima Vista Universal-Pizzaofen feine Steaks, Pommes und Pizzen, ob das gut kommt liest du im pizzaschaufel.ch Test. Unboxing und erster Eindruck Kaum wurden wir auf den vermutlich neu günstigsten Elektropizzaofen der Schweiz aufmerksam gemacht (Die Ufos bzw. umfunktionierten Crepesplatten von Ariete und co mal ausgenommen) fand dieser auch schon wenig später den Weg zu uns. Auf den ersten Blick deutet noch ziemlich nichts auf die Versatilität des Ofens hin - wer käme schon darauf, dass Begriffe wie "Unversal" und "Gusseisenplatte" für Pommes-Frites und Steak steht? Wir jedenfalls nicht und rechneten damit, dass der Ofen die Möglichkeit des backens auf Cordierit Stein und Backstahl bietet. Vom Gewicht her ist der Landi Pizzaofen sicher zu den angenehmen Leichtgewichten zu zählen. Aus relativ hohen 2000 Watt ( 100 Watt mehr als der Voyager Smart ) soll der Ofen bescheidene 400° Celsius erreichen. Beim Öffnen der Verpackung findet sich schon die nächste Überraschung, unter der Anleitung verbirgt sich doch tatsächlich ein Topfhandschuh und nochmals darunter eine Grillzange. Etwas irritiert machen wir weiter und finden unter dem Ofen eine Gusseisenplatte welche sich leider nicht zum Pizza backen eignet, da sie auf beiden Seiten rundherum einen Absatz hat. Mit dem Öffnen des Ofens finden die Überraschungen dann auch ein Ende, der Heissluftfritteusen-Einsatz beendet das Überraschungsspektakel. Nach dem Entfernen des Air-Fryer Korbes fällt sofort auf, dass die Landi mit den unteren Heizelementen sehr sparsam umgegangen ist - was absolut korrekt (und somit auch besser als Ooni oder Unold ) ist für einen Pizzaofen. Was uns weniger gut gefällt als das untere Heizelement ist das Scharnier und der Türdichtungsring. Die Materialstärke des Türscharnieres und des Dichtungsringes finden wir zwar verstörend aber, da die Landi 5 Jahre Garnatie bietet, darf man dem einigermassen vorhersehbaren Defekt wohl entspannt entgegenschauen. Es gibt in Sachen Verarbeitung bzw. Innovation aber auch etwas positives zu berichten. Den von der Landi verbauten Kabelhalter würden wir uns auch bei den etablierten Herstellern wünschen - denn sobald man den Ofen mal transportiert ist das Kabel nur noch extrem mühsam und immer im Weg. Auf dem Ofen klebt eine Anleitung welche einem weis machen will, dass die Pizza länger backen muss wenn sie einen grösseren Durchmesser hat was natürlich absoluter Nonsense ist. Nicht nur ist die Anleitung unnütz sondern auch noch voller Luftblasen aufgeklebt. Wir entscheiden uns den Kleber also zu entfernen was wir sofort bereuten. Das entfernen der Kleberückstände kostet uns einen Teigspachtel (welchen wir nicht mehr reinigen konnten), 3 Deziliter Wundbenzin und ungefähr 30 Minuten. Sprich wer sich diesen unschönen Kleber nicht möchte darf gut und gerne CHF 20 zum Kaufpreis des Ofens für die Entfernung des Klebers hinzurechnen. Somit können wir endlich mit dem ersten Test starten. Aufheiztest Der PrimaVista Pizzaofen hat ein Programm für Neapolitanische Pizza welches wir auch für unseren Aufheiztest verwenden. Aufgrund der vernünftig dimensionierten unteren Heizschlange verzichten wir darauf die Ober- Unterhitzeregelung zu verändern. Da sich der Landi Pizzaofen in den meisten belangen für schläuer hält als sein Benutzer ist nahezu alles automatisiert. Die Aufheizzeit läuft automatisch 15 Minuten lang. Nach der ersten Runde schaffte es der Ofen leider nur auf ungefähr 180° weshalab wir ihn mit viel herumdrücken dazu bringen mussten die Aufheizzeit von 15 Minuten nochmals von vorne zu starten. Der Ofen erreicht im Normalfall in der Mitte des Steines ca. 380°, ein mal hatten wir Glück und erreichten sogar 392.6°. Die auf der Verpackung aufgedruckten 400° Grad waren für uns leider nicht zu erreichen und scheinen eher etwas hochgegriffen. Leider wie wir sagen müssen ist es der erste Pizzaofen der die versprochene Temperatur in unseren Tests nicht erreicht. Da ein Cordierit Pizzastein aber sowieso nicht allzu hohe Temperaturen erträgt, da er sonst den Boden verbrennt sind wir also mal gespannt auf unseren Backtest. Backtest Wie immer haben wir einen Pizzateig nach unserem bzw. dem AVPN Rezept vorbereitet. Geknetet haben wir ihn diesmal von Hand, da sich die Sunmix unserer Ansicht nach erst ab 3-4 Teiglingen lohnt. Wie meistens testen wir auch den Landi Pizzaofen mit eine Margherita. Da wir davon ausgingen, dass die Pizza bei dieser "tiefen" Temperatur nicht gedreht werden muss verzichteten wir bei der ersten Pizza darauf. Mit untenstehendem Resultat. Erschwerend kam bei der ersten Pizza hinzu, dass wir den Lichtschalter nicht sofort fanden. Das Licht lässt sich leider nur für kurze Zeit mittels Druck auf den Ober-Unterhitzeregler einschalten - da sich der Ofen ja eben für höchst intelligent hält stellt er nach wenigen Sekunden auch wieder ab. Auch der automatische Timer der durch die Türe aktiviert wird kann man als nichts anderes als eine Anfängerfalle bezeichnen, denn wer die Pizza wirklich nach Timer backen würde hätte im Neapolitanischen Modus nur noch Kohlehäufen. Beim Pizzaboden zeigt sich, dass sich die Landi etwas überlegt hat und die untere Heizschlange wirklich nicht überdimensioniert wurde. Die zweite Pizza wurde dank vielem Lichtschalter drücken etwas besser. Wie man dem Bild der zweiten Pizza gut entnehmen kann, ist der Pizzaofen leider nicht genügend heiss um aus dem Fior di Latte nicht ein mini Fondue zu schmelzen Fazit Die Landi ist mit ihrem Pizzaofen vor Allem extrem günstig (auch im Vergleich zum mehr oder weniger baugleichen Severin Pizzaofen ) was sich leider in der Verarbeitung und Materialstärken zeigt. Die Bedienung des Ofens ist alles andere als durchdacht (evt. der gleiche Ingenieur wie beim Unold Luigi ?) und die Anleitung enthält mehr Unwarheiten als Nützliches. Die erreichte Temperatur enttäuschte uns ein wenig, so viel weniger gut wird eine Pizza aus dem Haushaltsbackofen nicht (und der ist erst noch günstiger als extra einen Billig-Ofen zu kaufen). Gut gefiel uns die Temperaturentwicklung am Gehäuse welches nur etwas warm wurde, ebenfalls genial ist der Kabelhalter an der Rückseite. Wir denken, der Universal-Pizzaofen ist die ideale Wahl für Personen die in einem kleinen Studio keinen Backofen haben und für wenig Geld und bei geringem Platzverbrauch von Pizza über Steak und Pommes alles möchten - für Liebhaber der Neapolitanischen Pizza ist er aber ungeeignet.   Wie alle Tests von pizzaschaufel.ch  erfolgte auch dieser Test auf eigene Rechnung, eine Einflussnahme des Herstellers ist daher unmöglich. Es handelt sich um die freie Meinung des Autors.

  • Struct Vesuvio im pizzaschaufel.ch Test

    Viele Schweizer Onlinehändler bauen ihr Eigenmarkensortiment aus, so auch Brack.ch. Unter dem Namen Struct importiert Brack Baumarktprodukte und damit seit neustem auch den Pizzaofen Struct Vesuvio. Ob der Ofen etwas taugt und wie er sich im Vergleich zu seinem Vorbild schlägt erfährst du wie immer im pizzaschaufel.ch-Test. Unboxing Der Struct Vesuvio kommt in einem schwarz glänzenden Karton - auf einen Doppelkarton wird verzichtet, der Ofen ist also nur einfach geschützt. Auf der Verpackung wird eine Aufheizzeit von 15 Minuten bei 400° versprochen. Viel mehr Infos als die Aufheizzeit, die Abmessungen und die Brennerleistung gibt es auf der Verpackung aber nicht. Nach dem Öffnen der Verpackung trifft man auf den erstaunlich wenig geschützten, nur in Karton verpackten, aber intakten Cordierit Pizzastein den CH-Gasdruckregler sowie die Anleitung und den dazugehörigen Streichholzhalter. Unter einer weiteren Lage Karton findet man den Pizzaofen selbst, und spätestens da wird klar Brack bzw. der Chinesische OEM Hersteller Guangdong Heyong Electric Co. Ltd. liess sich grosszügig vom Ofen Koxx des Herstellers OOxx ( wie QStoves ihn nennt ) bzw. vom Ooni Koda 12 (wie wir ihn nennen) inspirieren und wer weiss vielleicht ist Guangdong Heyong Electric Co. Ltd sogar Oonis OEM Hersteller. Beim Cordierit Pizzastein verzichtet Brack im Gegensatz zu Ooni auf eine Logoplatzierung, was wir begrüssen auch wenn die Vertiefung im Koda 12 nicht wirklich ein Problem darstellt. Dafür wird unserer Ansicht nach etwas billig auf der Seite des Ofens das Struct Logo gross aufgedruckt. Der Ofen von Struct wird im Gegensatz zum Ooni Koda 12 anstatt mit einer Piezo-Zündung mit einem Funken aus einer Batterie gezündet. Da die Zündung in den Ooni Modellen nicht immer zu 100% zuverlässig funktionieren evtl. eine gute Idee jedoch wiegt das zusätzliche Füttern des Ofens mit einer AA-Batterie auch irgendwie negativ, und die Piezo-Zündung im Ooni nach einer Fehlzündung einfach ein zweites Mal zu betätigen, könnte somit trotzdem angenehmer sein. Da sich Brack hoffentlich nicht nur beim Aussehen, sondern auch bei den Pizzaback-Qualitäten beim Ooni Koda 12 hat inspirieren lassen, freuen wir uns jetzt umso mehr auf den Aufheiz- und Backtest. Aufheiztest Die Batteriezündung muss nicht separat betätigt werden und aktiviert sich selbständig beim Eindrücken des Gasreglers. Der Struct Vesuvio zündet zuverlässig. Das anfängliche Flammenbild des 4.5KW Gusseisenbrenners (0. 5 KW mehr als der Koda 12) ist etwas irritierend, beruhigt sich mit der Zeit jedoch. Nach 20 Minuten hat der Ofen die versprochenen 400° und ein schönes Flammenbild erreicht, was uns sehr erfreut. Weitere 5 Minuten später sind wir schon bei ca. 450° Grad und der Stein hört noch nicht auf heisser zu werden. Der Ofen erreicht ca. 35 Minuten nach Zündung über 500° und dürfte somit auch im Winter (zumindest mit Stahlgasflasche) gut funktionieren. Backtest Um den Struct Vesuvio zu testen, backen wir wie meistens eine bzw. mehrere Margherita. Was uns nach dem Backen der ersten Pizza auffällt ist, dass der hintere Teil des Ofens sehr heiss und der vordere Teil einiges weniger heiss wird. Zudem ist der Platz im Vesuvio einfach sehr beschränkt und ein Drehen schwierig - was aber natürlich allen Öfen dieser Grössenkategorie gleich geht. Apropos Grösse die Masse auf der Verpackung stimmen natürlich nicht der Ofen ist nicht 63.4cm Breit, sondern 63.4 cm Tief und in Wirklichkeit 41.5cm Breit die 32.5cm sind die Höhe. Wer einen kleinen, leichten Pizzaofen mit mehr Platz sucht, ist beim Pizzaparty Ardore richtig, der Ofen ist aussen nur 4.5cm breiter, hat aber 7.2cm mehr Backfläche und somit ist das Drehen massiv einfacher. Auch wenn das rechtzeitige Drehen bei der ersten Pizza jetzt nicht gerade perfekt klappte, muss man sagen, dass die Pizza, abgesehen von der verbrannten Stelle sehr gut aussieht. Um etwas in Übung mit dem Ofen zu kommen, gings dann auch sogleich zur zweiten Pizza über. Bei der zweiten Pizza klappte die Hitzeverteilung schon etwas besser, da wir aufgrund der engen Platzverhältnisse ohne Drehschaufel arbeiteten und die Pizza einfach auf der Platzierschaufel rausnahmen und von Hand drehten. Für die nächste Pizza drehten wir also die Temperatur etwas runter und versuchten unser Glück nochmals. Insbesondere der Boden wurde mit tieferer Temperatur natürlich schöner. Für die nächste Pizza drehten wir die Temperatur noch weiter runter, da selbst die grössten Pizzafans nicht zu zweit vier Pizzen essen können und diese Entsprechend als Aufbackpizza im Tiefkühler landete. Das runterdrehen der Temperatur war dann wohl selbst für eine Tiefkühlpizza etwas zu grosszügig geraten. Fazit Wir sind uns definitiv nicht mehr gewöhnt, Pizzen in ultrakleinen Öfen zu drehen, obwohl unsere eigene Pizzareise auch mit einem Ooni Koda 12 begann. Was den Struct Vesuvio aber keinen schlechten Ofen macht, halt einfach einen, der eine längere Eingewöhnungszeit braucht als ein Ofen mit mehr Platz. Die Hitzeverteilung scheint uns im Vergleich zu einem Ooni Koda 12 etwas ungleichmässiger. Dies, obwohl auch der Struct Vesuvio so etwas wie einen "Flame Keeper" hat. (Ooni Bezeichnung für ein Stück Blech welches einen zu hohen Wärmeverlust vorne verhindern soll ->siehe Bild W-Förmige Flamme). Besser als beim Koda gefällt uns die Zündung, obwohl das Erfordernis einer AA-Batterie nervt. Zudem hat der Brenner etwas mehr Leistung, was minim schnellere Aufheizzeiten ermöglicht. Sobald aufgeheizt, fällt dies aber nicht mehr ins Gewicht, da auch ein Koda 12 genügend Leistung hat. Alles in allem also ein vergleichbar guter Ofen wie ein Ooni Koda 12. Bei der momentanen (20.5.2024) Preisgestaltung von CHF 299, aber fragen wir uns, ob der Ofen seinen Platz auf dem Markt finden wird, ist er doch nur CHF 30 günstiger als ein Koda 12, zu welchem wir bei nur 10% Aufpreis eher greifen würden, da die gleichmässige Hitzeverteilung im Ofen einfach ein wichtigerer Punkt ist als die etwas zuverlässigere Zündung und der etwas stärkere Brenner. Zum Daydeal Preis von CHF 199, wie wir ihn kauften, ist der Struct Vesuvio aber eine vernünftige Investition. Da es in dieser Preisklasse auch keine Angebote (wohl selbst gebraucht nicht) von den etablierten Italienischen Herstellern wie Effeuno, Pizzaparty oder Macte gibt. Wie alle Tests von pizzaschaufel.ch  erfolgte auch dieser Test auf eigene Rechnung, eine Einflussnahme des Herstellers ist daher unmöglich. Es handelt sich um die freie Meinung des Autors.

  • Der Unold Luigi im Test

    Für Personen mit quasi keinem Budget für einen Pizzaofen waren die roten Untertassen wie der Ariete Pizzaofen oder die G3Ferrari Pizzaöfen lange die einzigen Optionen. Da aber diese ultrabillig-Öfen sehr vergleichbare Resultate liefern wie ein korrekt bedienter Haushaltsbackofen mit Pizzastein, ergab sich eine Marktlücke zwischen roten Untertassen und richtigen Pizzaöfen, welche Unold mit dem Pizzaofen Luigi und dem baugleichen, aber komplett schwarzen Don Luigi zu füllen versucht. Ob deine 200 Franken beim Unold Luigi gut investiert sind, erfährst du wie immer im pizzaschaufel.ch Test. Unboxing Bei der Verpackung setzt Unold wie Ooni auf einen doppelwandigen Versandkarton und einen farbig bedruckten inneren Produktkarton was wir sehr begrüssen. Entfernt man die Ofenverpackung, kommen die üblichen Verpackungsversprechungen zum Vorschein. Auch die Beschreibung auf der Seite geizt mit Superlativen - sympathisch. Der Unold Luigi hat mit 1700 Watt tatsächlich 100 Watt mehr Leistung als der extrem viel teurere Ooni Volt. Ob die Isolation beim Luigi so viel schlechter ist (das tiefere Gewicht des Luigis lässt das vermuten) als beim Ooni Volt (Welcher 450° erreicht) oder ob die aufgedruckte Maximaltemperatur von 400° einfach falsch ist, werden wir im Aufheiztest sehen. Was uns beim Öffnen der Packung erfreut, ist die passgenaue Kartonpolsterung. Beinahe auf Ooni Level und massiv besser als Italienische Elektroofenhersteller, welche mit Massen von Styropor trotzdem nur eine mittelmässige Polsterung erreichen. Der Pizzastein ist erstaunlich wenig gepolstert - trotzdem kam er bei uns tatsächlich ganz an. Unter dem Ofen fanden wir die Anleitung und das Rezeptbuch. Das Rezeptbuch ist das erste von sehr vielen getesteten Öfen, welches tatsächlich das Rezept für eine Neapolitanische Pizza wiedergibt. Gratulation an Unold an dieser Stelle. Einzig grafisch gesehen sind das Rezeptbuch und die Betriebsanleitung ein absoluter Graus. So kann man zum Beispiel eine Legende der Bedienelemente aufgrund fehlendem Kontrastes einfach nicht lesen. Nach langem testen fanden wir dann heraus, dass die Oberhitze mit dem Touchfeld unten und die Oberhitze mit dem Touchfeld oben bedient wird - an Ituitivität fast nicht zu überbieten. Nach dem Studium der Anleitung und des Rezeptbuches öffneten wir den Ofen und stellten fest, dass die beiden Heizschlangen auf dem Schiff von China zu uns schon ein wenig Flugrost angesetzt hatten, welcher sich aber schnell von Hand entfernen liess. Falls das jemand von Unold lesen sollte; Vielleicht würde es Sinn machen, einen Trockenmittelbeutel im Ofeninneren für den Transport zu platzieren. Der Ofen wirkt, abgesehen vom Flugrost und den tiefen Preis im Hinterkopf behaltend, hochwertig verarbeitet mit relativ grossem Edelstahl Anteil. Was uns besonders gefällt, ist die eingeprägte Temperaturwarnung. Italienische Hersteller setzen auf weniger ästhetische, gelbe Aufkleber auf dem Blech. Wobei man sagen muss, dass dies bei den Italienischen Herstellern vermutlich gar nicht möglich wäre, da viel dickere Materialstärken verwendet werden als bei Unold. Aufheiztest Da Unold zur Aufheizzeit des Unold Luigi gar keine Angaben macht, gehen wir von ungefähr 20 Minuten aus. Hier kommt auch der einzige "Vorteil" der elektronischen Touch Steuerung zur Geltung. Sobald sich Luigi heiss genug fühlt, piepst er. Wir heizen den Luigi im Neapolitan Pizza Programm ein, (Ober- und Unterhitze auf 400° und irgendein komplett unnötiger voreingestellter 2 Minuten Timer) sprich wir gehen auf maximale Leistung. Direkt mit dem Start des Programmes springt der Lüfter an. Dieser scheint noch aus Zeiten zu stammen, in denen es keine wirklich leisen PC-Lüfter gab. Nach zwanzig Minuten piepst Luigi und gibt folgendes von sich. Was uns beim Aufheizen neben dem lauten Lüfter störte, war Folgendes: Bei der Dichtung setzt Unold anstelle eines Glasfaserbandes wie bei den namhaften Italienischen Herstellern und Ooni auf eine billig wirkende Silikondichtung. Vermutlich diese Dichtung ist der Grund für die Rauchwolke, welche nach Erreichen einer gewissen Temperatur oberhalb des Ofens auftaucht. Diese Wolke und der Duft verschwanden nicht mal beim zweiten Einheizen, auch wenn sie dann weniger lange anhielt. Nach weiteren ca. 10 Minuten erreichte der Ofen sogar 450°. Spannend ist die Hitzeverteilung, während bei den meisten uns bekannten Pizzaöfen die höchste Temperatur auf dem hinteren Teil der Backfläche gemässen wird und die Temperatur gegen vorne tendenziell tiefer wird, ist beim Unold Luigi die höchste Temperatur in der Mitte zu messen, rundherum ungefähr 30-50° weniger. Dies eventuell aufgrund des Lüfters im hinteren Bereich. Sprich mehr als 450° bringt er wirklich nicht hin, auch nicht im hinteren Bereich, was aber theoretisch für Neapolitanische Pizza knapp reichen sollte. Eben diese Pizza testen wir auch sogleich. Backtest Vorbereitet haben wir wie immer einen neapolitanischen Pizzateig gemäss Rezept der AVPN . Wir verwendeten für dein Teig 1.8 Kilogramm Verace Napulé Mehl je Liter Wasser ergibt in nicht AVPN-Worten eine Hydration von 55.55 % (Gemäss Regularien gelten 55-62% als klassische Neapolitanische Pizza). In den Luigi passt unsere 30cm Schaufel für 33cm ist er leider zu schmal. Die erste Pizza aus dem Unold Luigi sieht folgendermassen aus: Während der Luigi mit Oberhitze Geizte, war er mit Unterhitze umso grosszügiger sehr vergleichbar wie der Ooni Volt . Nachdem wir also das Standardprogramm "Neaploitan Pizza" getestet haben, versuchen wir es mit unseren eigenen Einstellungen, was gar nicht so einfach ist. Nicht nur sind Unter- und Oberhitze bei den Bedienelementen vertauscht, man kann auch nicht die Temperaturen während des Betriebes verstellen. Das Programm muss also zuerst abgebrochen werden, dann kann mit der oberen Taste die Untere Heizschlange hinuntergeregelt werden und dann muss das Programm wieder gestartet werden, (komplett bescheuert) wir gingen runter auf 200° (unklar, wie das in einem Backraum gehen soll? während wir oben 400° eingestellt haben, heizt die untere Heizschlange dann gar nicht, da die 200° nur schon durch die Obere erreicht werden?). Wie auch immer mit dem endlich auf 400° Oben und 200° Unten eingestellten Ofen machen wir uns an das vorbereiten der zweiten Pizza. Auch die zweite Pizza war oben wieder zu wenig gebacken. Dafür war der Boden dieses Mal einiges besser. Eine letzte Chance gab es noch, diesmal eine Marinara (mit unseren vorzüglichen San Marzano Tomaten ein absoluter Geheimtipp). Da sich die Obere Heizschlange zwar separat ansteuern lässt, sie quasi aber immer, wenn dringend benötigt, nicht aktiv ist, dauern die Schaufelsessions ihre Zeit. Aber sowieso lässt sich der Ofen ja während des Backens nicht bedienen (Da Bedienelemente an der offenen Türe und da zuerst das ganze Programm abgebrochen und neu gestartet werden müsste). Das Resultat: Das Unterbodenfoto ging dieses Mal leider vergessen, wir können euch aber versichern, dass der Boden ziemlich ähnlich zu Pizza Nr. 2 war sprich gut, aber nicht perfekt. Fazit Der Unold Luigi ist dem rund vier Mal teureren Ooni Volt in seinen negativen wie positiven Aspekten sehr ähnlich. Für plus minus CHF 700 weniger erhält man einen Ofen, der etwas kleiner ist (dafür auch etwas leichter) weitere Abstriche muss man bei der katastrophalen Bedienung, welche jedes Kind verständlicher hätte entwickeln können und bei der Türdichtung, wo billiges Silikon das Glasfaserband ersetzt machen. Die Pizzen aus dem Volt und dem Luigi sind sich zum Verwechseln ähnlich, beide haben zu wenig Oberhitze und zu viel Unterhitze für Neapolitanische Pizza. Für Personen, die einen möglichst günstigen Elektro (Outdoor) Ofen für Neapolitanische Pizza suchen, bleibt der Cozze Elektro die bessere Option, da er mehr Leistung hat und diese ausschliesslich von oben zum Einsatz kommt. Wer etwas mehr Budget, hat findet in den Öfen von Effeuno und Macte die beste Option. Mit ihnen hat man zusätzlich eine richtige Ofentür, einen guten Stein, kann in Innenräumen backen und hat erst noch einen höheren Innenraum, welcher das Arbeiten erleichtert.  Wie alle Tests von pizzaschaufel.ch  erfolgte auch dieser Test auf eigene Rechnung, eine Einflussnahme des Herstellers ist daher unmöglich. Es handelt sich um die freie Meinung des Autors.

  • Effeunos neuer Biscotto 2024 vs. alter Effeuno Biscotto

    Mit dem Jahr 2024 hat Effeuno seine bisherigen Biscotto di Casapulla (mit welchem wir in Sachen Verarbeitung eher mässig zufrieden waren) durch einen neuen, selbst entwickelten Biscotto Stein, den "Effeuno Biscotto" oder teils auch Effeuno Biscotto 2024 genannt, ersetzt. Ob wir den neuen Biscotto besser finden, erfährst du in diesem Blogbeitrag. Ausgangslage Bis und mit 2023 gab es bei allen Modellen einen Cordierit Stein und einen Biscotto di Casapulla mitgeliefert, (ausser der N-Serie wo es "nur" einen Biscotto di Casapulla gab). Während der Cordierit Stein für tiefe Temperaturen gedacht war (z.B. bei Brot oder Panettone) war der Biscotto für Pizzen gedacht. Dies da ein Biscotto die grosse Hitze nicht so schnell abgibt und der Pizzaboden damit nicht verbrennt. Effeuno versucht nun, beide Eigenschaften in einen einzigen Stein zu packen. Da wir uns bei pizzaschaufel.ch auf das Backen von Pizza konzentrieren, werden wir lediglich den alten Biscotto di Casapulla mit dem neuen "Effeuno Biscotto" im Pizza Einsatz vergleichen. Falls du weiterhin je einen Stein für hohe und einen für tiefere Temperaturen möchtest und den Biscotto erst noch von unserem lieblings Biscotto Hersteller Biscotto Saputo sein soll, dann schaue dir unbedingt den Macte Nettuno an. Macte spart (noch?) nicht beim Biscotto. Test Um den alten und den neuen Effeuno Biscotto sinnvoll vergleichen zu können, haben wir einen zweiten Effeuno N3 in Betrieb genommen. So stellen wir sicher, dass der gleiche Teig zum gleichen Reifegrad im gleichen Ofen bei der gleichen Temperatur gebacken wird, lediglich der Stein soll sich unterscheiden. Der neue Biscotto von Effeuno ist grau und hat ein Logo eingearbeitet. Den nach AVPN Rezept zubereiteten Teig mit 62.5% "Maximalhydration" liessen wir heute nur 10 Stunden aufgehen. Beide Öfen heizen wir auf ungefähr 510° Celsius (Steintemperatur in der Mitte) auf. die Temperatur erreichen beide Steine ziemlich gleichzeitig. Zuerst backen wir eine Pizza auf dem klassischen Biscotto di Casapulla, wie er bis Ende 2023 geliefert wurde. 510° Erreicht und los geht's. Trotz der nicht gerade genauen Verarbeitung (Lufteinschlüsse, unebene Ränder) liefert der Biscotto ein solides Resultat, welches auch mit einem Biscotto des Herstellers Saputo (nicht verwirren lassen ein Biscotto Saputo ist ebenfalls ein Biscotto di Casapulla da es sich bei di Casapulla um eine Herkunftsbezeichnung handelt) mithalten kann. Der Boden ist abgesehen von etwas genügend Semola gelungen und weist nahezu keine verkohlten stellen aus, ist aber auch nicht komplett weiss. Betreffend der Übermässigen Semola Verwendung gilt es natürlich mit dem Pizzaiolo und nicht dem Stein zu schimpfen. Die nächste Pizza landet im zweiten Ofen auf dem neuen Effeuno Biscotto 2024. Der 2024-er Biscotto gibt seine Hitze einiges schneller ab als sein Vorgänger. Lange nicht so "schlimm" wie ein Cordierit Pizzastein, aber für unseren Geschmack schon etwas zu schnell. Insgesamt schafft es der neue Effeuno 2024 Biscotto knapp im für uns grünen Bereich zu bleiben, aber es kann nicht mehr mit gleich hoher Steintemperatur wie beim Biscotto di Casapulla gebacken werden. Du willst keine Kompromisse? dann rüste deinen Effeuno Pizzaofen auf Biscotto Saputo um: Bei Öfen mit wenig Innenraumhöhe empfehlen wir den dünnen Biscotto um die Pizza nicht unnötig zu verbrennen. Fazit Der alte Effeuno Biscotto di Casapulla gefällt uns besser mit der Effeuno Biscotto Version 2024 versucht man viele Fliegen mit einer Klatsche zu schlagen. Wie andere Hersteller schon eindrücklich bewiesen haben, führt es meistens nicht zu besseren Pizzen, mehr Funktionen in weniger Gerät oder weniger Stein zu packen. Schade, dass sich nun auch Effeuno zu so einem Schritt entschieden hat. Der Effeuno Biscotto 2024 vereint die Vor- und halt auch Nachteile aus einem richtigen Biscotto, einem Cordierit und einem Beton Pizzastein. Sprich, er staubt und trotzdem gibt er die Hitze etwas zu schnell ab, dafür ist er jetzt schöner verarbeitet. Fairerweise muss man aber sagen, dass der 2024 Biscotto immer noch besser als ein Cordierit ist und somit bei Temperaturen etwas unter 500° Steintemperatur sehr gute Resultate liefert. Für dich als Kunde bedeutet das, dass wir dich beim Wunsch zu einem richtigen Biscotto ab Werk an Pizzaparty oder Macte verweisen können, denn auch wir liefern seit Anfang 2024 nur noch die Öfen mit dem neuen Biscotto aus. Oder du kaufst dir halt zusätzlich noch einen richtigen Biscotto di Casapula zu deinem Effeuno - bei uns gibt's den sogar vom Premiumhersteller Saputo.

  • Ooni Volt oder Effeuno?

    Ooni brachte letztes Jahr einen neuen Ofen auf den Markt. Erstmals kann dieser anstatt mit Gas und/oder Holz elektrisch betrieben werden. Anfangs startete Ooni mit einem Verkaufspreis von ungefähr CHF 899 im Schweizer Handel, was mehr ist als diverse Effeuno und Macte (und somit Italienische) Pizzaöfen. Im März und April 2024 beruhigte sich der Preis etwas und wir haben entsprechend einen Ooni Volt 12 zum Testen gekauft. Ob es sich lohnt, den Schottisch- Chinesischen Ofen einem Italienischen vorzuziehen erfährst du in diesem Test. Unboxing Wie immer bei Ooni liegen die Erwartungen beim Unboxing auch dieses Mal sehr hoch. Auch heute enttäuscht uns Ooni nicht im Geringsten. Die Verpackung besteht fast vollständig aus Karton und biobasiertem Plastik, trotzdem (oder gerade deswegen) ist der Ofen perfekt geschützt. Wir wünschten uns, die Italienischen Elektroofenhersteller würden sich hier vermehrt inspirieren lassen aber vermutlich sind Macte und Effeuno Grossaktionäre bei der Styroporindustrie. Auf der Verpackung verspricht Ooni einen Ofen für In- und Outdoor Zwecke, welcher in 20 Minuten 450° Celsius erreichen soll. Was auffällt, ist dass die Pizza im unteren Bild komplett anders aussieht als jene auf dem oberen Verpackungsbild. Wie bei Ooni üblich wird man nach dem Öffnen der Verpackung erst mal als Kunde willkommen geheissen. Als kleines Geschenk gibt es einen Essentials Guide der auch gleich Empfehlungen zum Backen von Kühl- und Tiefkühlpizzen gibt, sic! Der Ofen selbst liegt unter dem Cordierit Stein und der eigentlichen Anleitung. Unser Ofen war mit einem europäischen Schuko Stecker ausgestattet und kam mit einem weissen Fixadapter was wir unseren Augen aber nicht antun wollten, weshalb wir auf einen unserer eigenen schwarzen Exemplare zurückgriffen. Aufheizen Obwohl der Ooni Volt nur 1.6 KW Leistung und einen Lüfter hat und somit aussen etwas weniger heiss wird als Pizzaöfen ohne Lüfter und mit mehr Leistung (z.B. Macte Voyager oder N-Linie von Effeuno) darf auch der Ooni Volt 12 nur freistehend und mit genügend Abstand eingesetzt werden. Immerhin darf er aber auch im Innenbereich genutzt werden (im Gegensatz z.B. zum Cozze Elektro ). Der Ofen hat merkwürdigerweise zwei Ein-/Ausschaltknöpfe, der Touch Schalter und einen zusätzlichen Physischen auf der rechten Hinterseite. Die Bedienung ist aber abgesehen vom doppelt gemoppelten Ein/Aus Knopf sehr intuitiv und etwas Tamagotchi mässig, da der Ofen gerne auch etwas umherpiepst (was sich leider nicht komplett abstellen lässt). Ganz links befindet sich der Touch Ein/Aus Schalter und der Timer, welchen man dann wohl zur Zubereitung von Tiefkühlpizza benötigt? Das mittlere Drehrad bestimmt die Temperatur, praktisch ist, dass die Temperatur nicht nur eingestellt werden kann sondern die schon erreichte Temperatur auch (ungefähr) angezeigt wird. Das rechte Drehrad steuert die Verteilung zwischen Ober- und Unterhitze. Während des Aufheizens lässt sich diese Funktion aber nicht regulieren. Gemäss Ooni ist für jede Temperatur bereits eine Konstellation an Ober- und Unterhitze vorprogrammiert, wobei vorprogrammiert hier ein wenig ein grosses Wort ist. Wie jeder Nutzer schnell erkennen kann, ist bei tieferen Temperaturen mehr Unterhitze und bei höheren mehr Oberhitze eingestellt (was auch dringend nötig ist aber dazu kommen wir noch). Nach nur 14 Minuten piepst unser Tamagotchi bereits, die eingestellte Temperatur von 450° C sei erreicht. Mit ca. 350-360° Celsius erreicht der Ofen nicht ganz die vorgepiepsten 450°, was aber nicht weiter schlimm ist, da Ooni ja 20 und nicht 14 Minuten Aufheizzeit verspricht. Mit aufgeheiztem Ofen geht es also weiter zu unserem nächsten Punkt. Backtest Wie so oft testen wir auch den Volt 12 zuerst mit einer Margherita. Den Teig haben wir wie immer nach dem AVPN Rezept 24 Stunden zuvor vorbereitet. Das gleichzeitige Filmen und Pizza im Ofen platzieren stellte sich leider als schwierig heraus, so dass die Pizza nicht gerade rund im Ofen landete. Den Ofen hatten wir auf der Standardeinstellung (Sprich nur Oberhitze) bei 450° Celsius und so sah der Pizzaboden aus. Die nächste Pizza backten wir also, ohne gleichzeitig zu filmen. Wir wollten dem Volt noch eine weitere, dritte Chance geben und bereiteten dazu eine Pizza Bianca vor, welche wir traditionell bei etwas tieferer Temperatur backen. Vielleicht funktioniert der Ofen bei tieferen Temperaturen ja super? Da wir zur Verteilung des Mascarpones viel Kontakt mit der Pizza hatten, wurde diese leider etwas schwierig bewegbar und wir mussten mit zusätzlich Semola nachhelfen und die Pizza wieder bewegbar machen (oben rechts zu erkennen). Ja was sollen wir sagen, besser, aber nicht gut? Was uns besonders überraschte, ist die Hitzeverteilung. Trotz der relativ guten Isolation (wir haben am Aussengehäuse beim Erreichen der Backtemperatur 50° gemessen, später 70°, was sicher weniger ist als die Kontrahenten ohne Lüfter von Effeuno und Macte) ist die Hitzeverteilung im Backraum ungleichmässig. Weder Oberhitze noch Unterhitze erreichen die Pizza in gleichmässiger Intensität. Fazit Ooni wollte beim Volt 12 einfach zu viel und das merkt man leider. Der Ofen sollte im wichtigsten Markt, den USA (so zumindest für Gozney gem. Aussage Tom Gozney) funktionieren. Da in den USA aber mit 120 Volt und 15 Ampere maximal Geräte mit 1800 Watt verwendet werden können, musste auch die Ofenleistung auf sehr tiefe 1600 Watt sinken (Effeuno und Macte arbeiten mit Minimum 1900 bis 2100 Watt, Cozze gar mit 2200 Watt). Das alleine aber wäre gar nicht schlimm gewesen - denn der Ofen hat schon genug Leistung, sonst könnte er den Pizzaboden ja nicht so effektiv verbrennen. Ooni wollte noch mehr, und der Ofen soll (warum auch immer) auch beim Aufbacken von Tiefkühlpizzen zum Zug kommen. Dass da nur ein oberes Heizelement nicht reicht, ist klar und so wurden die sonst schon spärlichen 1.6 Kilowatt auf obere und untere Heizschlange aufgeteilt, was zur Folge hat, dass die Oberhitze einfach nicht wirklich für neapolitanische Pizza ausreicht. Den Rest gibt dem Ofen der Kordierit Stein, welcher die Hitze sehr schnell abgibt und somit zusammen mit dem unteren Heizelement für einen (sehr) dunkeln Pizzaboden sorgt während oben langsam der Käse zu schmelzen beginnt. Unserer Ansicht nach ist (sofern man nicht geraden in den USA lebt) der Ooni Volt 12 ein Ofen, auf den niemand gewartet hat. In der Schweiz gibt es zu einem Bruchteil des Preises den viel besseren Cozze 13 Elektro (zwar nur für den Aussenbereich aber immer noch besser als verbrannte Pizzen) und für immer noch weniger Geld als einen Volt greift man zu einem Macte oder Effeuno Ofen welche im Innenbereich verwendet werden können und dank ihrer Biscottosteine nochmals eine andere Liga an Pizza bieten. Das mit dem Kauf der besseren Pizzaöfen gesparte Geld kann man dann z.B. gut in eine Pizzaschaufel investieren. Wie alle Tests von pizzaschaufel.ch  erfolgte auch dieser Test auf eigene Rechnung, eine Einflussnahme des Herstellers ist daher unmöglich. Es handelt sich um die freie Meinung des Autors.

  • Beton Pizzaofen? der Zio Ciro Nano im Test

    Zio Ciro, der Pizzaofenhersteller aus Sardinien, setzt bei seinen Pizzaöfen auf Beton, bei Kuppel und Backfläche. Damit steht er - zumindest für Heimanwender - allein auf weiter Flur. Wie es sich in einem Beton Pizzaofen bäckt und welche Vor- und Nachteile das mit sich bringt, erfährst du im pizzasschaufel.ch Test. Unboxing Mal wieder ist uns ein Pizzaofen Occasion zu Händen gekommen. Entsprechend ist unser Unboxing komplett unspektakulär. Was sofort auffällt, ist das extreme Gewicht. Auch wenn Zio Ciro versucht, den Ofen als leicht zu verkaufen, so sind 35 Kilogramm für diese Ofengrösse doch eher ungewöhnlich schwer. Ausserdem interessant - die versprochene Aufheizzeit. Einfeuern Nach einem beinahe Hexenschuss ist es so weit - der Nano steht draussen. Dort kommt er auch das erste Mal so richtig zur Geltung. Der Pizzaofen wird mit einer regulären Gasflasche betrieben, und da der Ofen vom Vorbesitzer direkt in der Schweiz gekauft wurde, kam dieser auch direkt mit dem korrekten Gasdruckregler und Anschluss. Da dies traurigerweise nicht selbstverständlich ist, möchten wir an dieser Stelle auch mal unseren Mitbewerber Marti Küchentechnik loben! Ob der Zio Ciro Nano die 15 Minuten Aufheizzeit wirklich schafft, sehen wir, nachdem wir ihn eingefeuert haben. Das Zünden des Gasbrenners passiert, wie auch bei den unsrigen Pizzaparty Öfen mit einem Feuerzeug. Nicht fancy, aber zuverlässig und langlebig. Findige Leser haben es anhand des obigen Bildes bereits gemerkt, wir haben zusätzlich einen Drehteller (Halbmond) vorne montiert. Für unser Geschmack zwar nicht zwingend nötig, aber definitiv nice to have. Nach 15 Minuten gilt es, ein erstes Mal nachzumessen. Nach dieser Enttäuschung gaben wir dem Ofen weitere 10 Minuten Zeit, sich zu sammeln und auf Temperatur zu kommen. Die 15 Minütige Aufheizzeit ist also schlichtweg gelogen, was zwar unehrlich ist, aber nicht wirklich verwundert. Uns ist bis jetzt kein Pizzaofen bekannt, in welchem man nach 15 Minuten 500° auf dem Stein (selbstverständlich in der Mitte gemessen) hat. Weitere zehn Minuten später sah es dann so aus: Nach 35 Minuten hiess es also ab in die Küche. Backtest Das Setup für einen Margherita-Monday steht. Unser Teigrezept bzw. dasjenige der Vereinigung der Neapolitanischen Pizzabäcker findest du ebenfalls in unserem Blog . Als Tomatensauce verwenden wir unsere zerquetschten Bio San Marzano Tomaten mit 1% Salz (Sprich 4 Gramm pro Dose). Den Fior di latte haben wir mit unserem Fior di Latte Schneider geschnitten. Nach ca. 60 Sekunden (ja, der Ofen kam wirklich noch ordentlich in Fahrt) erwartete uns folgendes Resultat. Um zu überprüfen, dass die erste Pizza kein Zufallserfolg war, wiederholten wir den Spass gleich nochmals. Die zweite Pizza brannte auf einer Seite etwas an das Drehen muss in dieser Betonfeuerhölle wirklich sehr schnell gehen bzw. darf man ruhig auch die Flamme nach crreichen der Temperatur etwas herunterstellen, da der Beton die Hitze sehr gut speichert. Für uns dürfte der Brenner noch etwas nach oben versetzt sein, (wie bei den Modellen von Pizzaparty) da sich so unserer Ansicht nach die Wärme in sehr kleinen Pizzaöfen einfach besser verteilt und dies etwas mehr Platz auf der Backfläche gibt. Bei den grösseren Modellen von Zio Ciro (Subito Cotto Linie) wird dies aber wohl weniger ein Problem darstellen, da mehr Platz vorhanden ist. Was bei einem Ofen mit Betonbacklfäche aber natürlich besonders interessiert, ist der Boden der Pizza. Gleich mal vorweg, wir waren mehr als skeptisch, was diesen Punkt betrifft und befürchteten aufgrund der fehlenden Porosität, (welche ein Biscotto z.B. hat) einen komplett schwarzen Boden. Die Böden unserer Pizzen überzeugten uns vorbehaltlos. Genau so sollte ein Pizzaboden aussehen, wer hätte gedacht, dass solche Resultate aus einem Betonofen kommen können. Was uns ausserdem positiv überraschte, war das Reinigen mit unserer Pizzaofenbürste. Da der Betonboden eben nicht porös ist wie ein Biscotto, staubt der Boden beim Reinigen nicht. Fazit Der Zio Ciro Nano überzeugte im Test, auch wenn die versprochene Aufheizzeit nicht annähernd erreicht wird. Die Beton Bauweise hat einen gewaltigen Nachteil, der Ofen ist extrem schwer und de facto nicht mobil. Abgesehen davon ergeben sich durch den Beton eigentlich nur Vorteile wie die bessere Wärmespeicherfähigkeit und eine Backfläche, welche in Sachen Pizzaqualität mit einem Biscotto mithalten kann, aber nicht staubt. Der tief platzierte Brenner ist ein kleiner Schönheitsfehler, welcher nach ein wenig Übung mit dem Gerät wohl nicht mehr wirklich ins Gewicht fällt. Apropos Wärmespeicherfähigkeit, so zeigte sich die Ofentemperatur über eineinhalb Stunden nach dem erlöschen der Flamme:

  • Ooni Koda 16 im Test

    Der mit Gasflasche betriebene Ooni Koda 16, der grosse Bruder des Koda 12 ist uns kürzlich Occasion in die Hände gefallen. Und so kommt es nun, dass wir endlich einen Koda 16 für die Schweiz testen können. Da für uns der Koda 12 für lange Zeit quasi der Einstiegs- und Standardpizzaofen war, wurde dieser gar nie in einem einzigen Blogbeitrag beleuchtet, sondern hielt öfters als Referenz hin (z.B. hier ). Mit dem Test des Koda 16 möchten wir dieses Unrecht der Koda Serie wieder ungeschehen machen und endlich ausführlicher berichten. Das Unboxing entfällt bei einem Occasionsofen natürlich vollends, was für eine Einordnung von einem Ooni aber auch nicht weiter schlimm ist. Wie wir bereits X-Fach gesehen haben, ist Ooni der ungeschlagene Meister in diesem Fach und auch der Koda 16 hätte unbestritten die Maximalpunktzahl geholt. Aufheizen Vorausgeschickt, draussen herrschen ca. 0 Grad und der Ofen wird mit einer Gasflasche aus Kompositmaterial betrieben (wie auf obigem Bild ansatzweise zu erkennen). Die Gasflasche hat beim Ooni Koda 16 und natürlich bei sämtlichen gasbetriebenen Geräten einen grossen Einfluss auf die Leistung. Kompositflaschen bringen zwar mehr Praktikabilität durch ihr geringes Gewicht, sie liefern aber weniger Druck, insbesondere bei tieferen Temperaturen als eine Stahlgasflasche. Wenn du also das Maximum aus deinem Koda 16 herausholen möchtest, so wähle eine Gasflasche aus Stahl. Die Piezozündung funktioniert bei diesem Exemplar einwandfrei (was bei Ooni nicht immer der Fall ist, aber wie auch schon erwähnt finden wir das jetzt auch nicht weiter tragisch halt zwei drei Zündversuche zu unternehmen). Der Koda 16 hat einen sehr guten L-Förmigen Gasbrenner, so werden viele Probleme Umgangen, welche andere Öfen, sogar von Ooni selbst, haben. Wenn man den Koda 16 vs. Karu 16 im Gasbetrieb betrachtet, so erkennt man sofort, dass der Koda 16 den besseren Brenner hat, da die Flammen nicht auf das Gargut gerichtet sind - sondern auf die Ofenwände, genau so wie es sein sollte. Vergleicht man den Koda 16 mit einem Cozze Gas Pizzaofen, so merkt man, dass das Viereck nicht nur bei uns, sondern auch bei Ooni vier Seiten hat. Cozze rechnet mit seinem U-förmigen Brenner mit mehr als vierseitigen Vierecken, welche uns bisher noch nicht untergekommen sind und entsprechend wird in einem Cozze Ofen eine Seite immer mehr gebacken als die anderen drei. Der Stein des Koda 16 erreicht nach 15 Minuten ungefähr 340° was ein guter Wert ist, insbesondere wenn wir die oben beschriebene Gasflaschen und Temperatursituation beachten. Weitere 15 Minuten später erreicht der Koda 16 ungefähr 430°, das maximum was wir an diesem Tag etwas später messen sind 445°. Sprich mit dem Kompositgasflaschen Setup ist bei dieser Temperatur nicht mehr rauszuholen, was aber auch nicht weiter schlimm ist, da ein Cordieritstein, wie ihn Ooni standardmässig liefert, darüber schnell den Unterboden der Pizza verbrennt. Wer mit höheren Temperaturen arbeiten möchte, sollte also auf einen Biscotto umsteigen, genau so wie dies der Vorbesitzer tat. Backtest Wie immer lässt sich ein Ofen natürlich erst wirklich nach dem Backen einer Pizza beurteilen. Entsprechend haben wir einen Teig nach dem Rezept aus unserem Blog vorbereitet. Wie man am obigen Bild schon erkennen kann, gibt es heute ein klassische Margherita. Im Video kannst du den Entstehungsprozess verfolgen. Wie immer haben wir Semola di Grano Duro Rimacinata zum Formen und als "Gleitmittel" verwendet. Ganz klassisch würde man dazu gem. AVPN ausschliesslich Pizzamehl verwenden (Mischungen mit Semola sind ebenfalls toleriert) womit wir aber bisher nicht ganz warm wurden. Um ausschliesslich Mehl zu verwenden und dabei trotzdem eine gute Pizza (Stichwort ungewollte gelbe Mehlflecken am Boden) zu backen benötigt man langjährige Erfahrung mit täglicher Übung und das überlassen wir deshalb lieber den Profis in Neapel (welche dieses Kunststück aber leider auch nicht immer makellos beherrschen). Das Backergebnis von oben überzeugt schon mal wie wir finden - spannend wird natürlich der Boden aufgrund des günstigen Cordierit Pizzasteines. Solange man also nicht mit hohen Temperaturen backen will ist kein Umstieg auf einen Biscotto nötig. Auch die Steintemperatur nach dem Backen ist insgesamt gut. Jetzt im Winter sind Backpausen von ca. 4-5 Minuten zu empfehlen um wieder eine gute Steintemperatur zu haben. Da das vorbereiten und dann abbacken von Pizzen sowieso nicht zu empfehlen ist (bleiben kleben, Boden saftet durch, Risse etc.) sind die 4-5 Minuten aber sowieso gegeben. Fazit Der Koda 16 ist ein genialer Pizzaofen den wir uneingeschränkt empfehlen können. Unter Umständen wechselt man, sobald die ersten Erfahrungen gesammelt sind, auf einen Biscotto und eine Stahlgasflasche um auch noch das letzte aus dem Ofen rauszukitzeln. Momentan ist der Ofen unserer Ansicht nach aber einiges zu teuer (Toppreise 20.01.2024 CHF 568.-) es gab ihn auch schon für CHF 399.-. Wer "nur" einen einzigen Pizzaofen zulegen möchte, sollte sich vielleicht aber sowieso überlegen direkt auf Strom zu setzen. Mit Strom betriebene Öfen leisten im Sommer wie Winter zuverlässige Dienste und die teure und aufwändige Gasflaschenthematik entfällt komplett. Den Effeuno N3 gibt es bei uns momentan z.B. einiges unter dem Koda 16 Marktpreis und dieser kommt erst noch direkt mit einem echten Biscotto. Wer es etwas ästhetischer mag, ist mit dem Macte Voyager Smart gut bedient. Wer lieber einen Gas Pizzaofen aus Italien ebenfalls direkt mit Biscotto möchte, der wird bei unseren Pizzaparty Öfen fündig.

  • 9 Erkenntnisse aus 9 Tagen Training Vera Pizza in Neapel

    Im November 2023 habe ich das Training "Vera Pizza" der AVPN (Associazione Verace Pizza Napoletana) in Neapel besucht. Hier erfährst du was die Haupterkenntnisse aus 9 intensiven Tagen Basistraining sind und ob sich ein Besuch lohnt. 1. Hydration Eine Neapolitanische Pizza hat entgegen der landläufigen Instagram/TikTok/Youtube und auch pizzaschaufel.ch Meinung (Asche über unser Haupt) keine wahnsinnig hohe Hydration und sowieso existiert in der Neapolitanischen Pizzawelt nicht so etwas wie eine "Hydration". Bei Neapolitansicher Pizza geht man vom Wasser als Grundstoff aus und entsprechend müsste man eher von einer Bemehlung des Wassers als von einer Hydration des Mehles sprechen. Da die Angabe der Hydration aber unserer Ansicht nach einiges einfacher (und üblicher) ist als eine Bemehlungsprozentsatz des Wassers, hier die gemäss den AVPN-Regularien akzeptierten Hydrationswerte; 55.56% bis maximal 62.5% Hydration sind zugelassen sprich zwischen 1.6 bis maximal 1.8 Liter Mehl auf einen Liter kaltes Wasser. 2. Neapolitanische Pizza ist nicht knusprig, richtig? Falsch, auch die Neapolitanische Vera Pizza weist eine gewisse Knusprigkeit im Randbereich auf. Solltest du bisher nur gummige Neaplitanische Pizzen gegessen haben, dann wurde vermutlich entweder; zu viel Wasser (oder nach AVPN-Logik zu wenig Mehl) verwendet, falsch geknetet oder zu viel Salz verwendet (verstärkt das Glutennetz und kann bei hartem und stark Mineralisiertem Wasser zu gummigem Teig führen). Oder einer der nächsten zwei Punkte wurde nicht beachtet. 3. Je heisser der Ofen desto besser Nein, Neapolitanische Pizza wird bei maximal 450° Grad gebacken wobei aber ein Thermometer eigentlich nicht zum Einsatz kommen sollte - die Pizza und die visuelle Kontrolle der Flamme gilt gemäss AVPN als Thermometer. Verwenden darf man ein Thermometer aber trotzdem. Du möchtest Foodwaste lieber verhindern? 4. Je länger der Teig aufgeht desto mehr Charakter hat die Pizza Dies mag stimmen jedoch darf eine Neapolitanische Pizza nicht länger als 24 Stunden aufgehen. Die Verwendung eines Kühlschrankes (im Gegensatz zu Gärschränken welche erlaubt sind) ist ebenfalls verboten - entsprechend ergibt auch die Zeitlimite grossen Sinn, denn wer möchte schon eine komplette Sauerteigkultur backen. 5. Ein grosser Rand zeichnet eine Neapolitanische Pizza aus Jein, ganz sicher nicht in dem Level wie es gewisse Schweizer Pizzerien und/oder Social Media zu verkaufen versuchen. Der Rand wird natürlich nicht aktiv plattgedrückt aber, da eben nicht mit einer Wahnsinnig hohen Hydration gearbeitet wird und maximal 3g Hefe auf einen Liter Wasser bei 8h Gehzeit verwendet werden darf, können gar nicht so krasse Randmonster entstehen wie sie Teils in unserem Land herumgeistern. 6. Leoparding ist ein Qualitätszeichen Nein, Leoparding ist wie vieles der obgenannten Punkte eher ein Zeichen der Pizza Contemporanea. Natürlich ist es wünschenswert, wenn braune Punkte auf dem Rand entstehen jedoch nicht im Ausmass wie es uns Social Media weis machen will. Unser Instruktor, welcher auch eine eigene Pizzeria im Umland von Neapel besitzt, gab sogar zu extra Pizzen für Instagram zu backen welche zwar eher weniger gut sind aber dafür "besser" aussehen. 7. Man braucht eine Knetmaschine Kommt auf die Menge an - bis 1 Liter Wasser / 1.8KG Mehl (ergibt 12 Pizzen) empfiehlt die AVPN den Teig von Hand zu kneten - und um ehrlich zu sein, ganz so anstrengend ist das eigentlich nicht. Um den Teig beim Kneten nicht unnötig zu erwärmen wird auf stretch and fold im Knetprozess komplett verzichtet und man lässt viel eher die Zeit als die Muskelkraft für sich arbeiten. Schau dir unser nach den neusten Erkenntnissen in Neapel angepasstes Teigrezept für eine Neapolitanische Pizza an. 8. Um die Pizza zu Formen braucht man Semola di Grano Duro Rimacinata Jein, offiziell verwendet man für eine Neapolitanische Pizza kein Semola sondern arbeitet ganz einfach mit Pizzamehl. Was aber toleriert wird sind hälftige Mischungen aus Semola und Pizzamehl. Da sich Semola leichter wieder von der Pizza löst werde ich in Zukunft sicher auf eine Mischung aus Semola und Pizzamehl setzen - die reine Verwendung von Mehl ist wirklich nur sehr erfahrenen Personen (um nicht zu sagen ausschliesslich Profis) zu empfehlen. 9. AVPN zertifizierte Produkte sind automatisch die besten Pro dukte Jein, wie sich schon beim Ooni Karu 16 in der Gasversion zeigte, sind AVPN zertifizierte Produkte nicht automatisch gut (eine Meinung die vor Ort hinter vorgehaltener Hand sogar bestätigt wurde). Wir verwendeten im Unterricht ausserdem sehr günstige (zwar AVPN zertifizierte) Dosentomaten aber diese enthielten Zitronensäure was auf eine chemische Häutung der Tomaten hindeutet. Wem Qualität und Geschmack wirklich wichtig ist, der kauft San Marzano Tomaten. Unser Instruktor hat uns ausserdem davon abgeraten ausserhalb Italiens Italienische Milchprodukte für seine Pizza zu verwenden - Frische und Qualität seien viel wichtiger als die Herkunft. Dies ist selbstverständlich nicht die offizielle AVPN Meinung, da mit Zertifizierungen von Lieferanten viel Geld verdient wird. Leider bestand auch ein Grossteil des Theorieunterrichtes aus Marketinggeschwafel von zertifizierten Lieferanten und der AVPN selbst, welche natürlich möglichst viele neue Mitglieder gewinnen möchte. Fazit Der Besuch des Vera Pizza Trainings lohnt sich auf jeden Fall. Während der Theorieunterricht klar hinten abfällt und eher eine Marketingveranstaltung ist (ein paar Youtube Videos über die Tomaten/Käse/Wein?/Öl Produktion hätten gereicht und hätten wohl mehr Informationsgehalt gehabt) ist der Praxisunterricht unschlagbar (hängt wohl auch vom Instruktor ab) und man profitiert auf ganzer Linie. Mit einer Betreuung von 2 (Pizzaiolo und Übersetzerin welche ebenfalls eine gute Pizzaiola ist) auf 6 Personen wird sichergestellt, dass wirklich alle ein hilfreiches Feedback erhalten. Was einem Verbrechen gegen die Italienischen Geschmacksnerven entsprach war leider das von der Schule zur Verfügung gestellte Mittagessen - es ging nicht lange und alle assen nur noch ihre eigenen Pizzen, was aber an den ersten paar Tagen leider noch nicht möglich war.

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