Der Macte Voyager Svizzera im Test
- Jonas Matter

- vor 1 Tag
- 5 Min. Lesezeit
Macte, der Süditalienische Pizzaofenhersteller, der sich mit der Voyager Serie schon länger einen Namen in der Schweiz gemacht hat, hat auf uns gehört und den bestmöglichen Ofen für uns Schweizer zusammengestellt. Wie sich der Macte Voyager Svizzera im Praxistest schlägt und was er im Vergleich zum Effeuno N3 bietet, liest du hier.
Unboxing Voyager Svizzera
Wie alle Macte Pizzaöfen kommt auch der Voyager Svizzera im unscheinbaren, aber sehr stabilen Karton daher.

Nach dem Öffnen des Kartons erwartet einem Luftpolsterkissen und eine goldene NFC-Karte mit nicht eingemittetem Macte Ovens Logo und Made in Italy Schriftzug sowie einen QR-Code - beide Wege führen zur digitalen Anleitung. Was genau das soll, ist uns seit Jahren unklar, eine gedruckte Anleitung mit QR-Code zu ein paar Videos wäre wohl jedem Kunden lieber und kaum teurer.

Viel erfreulicher als die Anleitung ist der Fakt, dass Macte nach jahrelangem Gejammer unsererseits endlich direkt Schweizer Stecker verbauen kann und der zusätzliche klobige Fixadapter somit entfällt. Wie so oft in Italien machte ein persönliches Treffen das Unmögliche möglich.

Auf dem Ofen befindet sich die noch nicht montierte Türe.

Im und vor dem Ofen befinden sich die gesplitteten echten Biscotto Steine und der Türgriff. Wir bezahlen jeweils einen Aufpreis, um die bestmöglichen Biscottosteine zu erhalten, trotzdem ist ein Biscottostein natürlich kein Dekorationsobjekt, sondern ein Mittel, um möglichst gute Pizza zu backen. Etwas brüchige Kanten und Risse sind normal, falls man einen "schönen" Stein möchte, so sollte man unbedingt zum Effeuno N3 mit Effeuno Stein greifen, dieser Stein verbrennt dann im Gegenzug halt einfach den Pizzaboden.
Nach dem entnehmen des Voyager Svizzera geht es ans entfernen der Folie und ans zusammenschrauben und einbauen der Ofentür.
Beides ist eher etwas Umständlich und nimmt entsprechend Zeit in Anspruch, daher sollte man keinesfalls am Tag, an dem man den Ofen erhält, bereits eine grosse Pizzaparty mit Gästen einplanen. Wir schreiben das hier, weil es tatsächlich entsprechend übereifrige Kunden gibt (zu denen der Autor dieses Beitrages wohl auch gehören würde). Deshalb unser Tipp; Nimm dir Zeit den Ofen seriös von seiner Folie zu befreien, die Türe zu montieren, den Biscotto einzubrennen und ein paar Testpizzen zu backen, bevor du damit auf die grosse Bühne gehst.
Im Gegenzug kriegt man mit dem Voyager Svizzera einen Ofen, der unverkratzt ankommt und bei dem beim Transport noch nie eine Türe gebrochen ist, was man von Effeuno N3 leider nicht immer behaupten kann.
Um die Türe, welche den Transport heil überstanden hat, nicht beim Zusammenbau zu zerstören, sollte man den Türgriff (trotz Schaumstoffeinlage) nicht wie ein wahnsinniger anziehen, denn dann Bricht das Glas und es wird teuer.

Auch das einfahren des Türscharniers am Ofen benötigt etwas Fingerspitzengefühl. Was uns nach wie vor begeistert, ist die kleine eingebaute Klappe, welche das Scharnier Offen hält, davon kann man bei einem Effeuno selbst in den teuersten Serien nur träumen. Allgemein kann man sagen, die Türe bzw. die gesamte Materialwahl und Verarbeitung ist inzwischen einiges besser als bei Pizzaöfen von Effeuno.

Zusammengebaut sieht der Voyager Svizzera dann so aus:

Aufheiztest
Am Tag nach dem Einbrennen des Biscottos - sprich mit einem kalten Ofen - galt es, die Aufheizgeschwindigkeit und die Maximaltemperatur des Ofens zu ermitteln.
Nach 15 Minuten stellten wir eine Temperatur um die 380° fest, was bedeutet, dass der Voyager Smart weder besonders schnell noch besonders langsam aufheizt.

Weitere 10 Minuten später erreichte der Ofen um die 470 Grad und noch einmal 10 Minuten später, nach 35 Minuten erreichten wir ca. 515° in der Mitte des Biscottos. Diese "tiefe" Temperatur überraschte uns etwas, denn neben dem Schweizer Stecker unterscheidet sich der Voyager Svizzera auch durch einen um 50° stärkeren 500° Thermostaten und einen Drehregler mit entsprechendem Bedienelement vom Standard Voyager Smart.
Da es kein Szenario gibt, in welchem man 550° auf dem Biscotto braucht, ist dies nicht weiter ein Problem, überraschend sind die Schwankungen zwischen den einzelnen Exemplaren trotzdem.

Wer also möchte, dass sein Thermometer ab und zu "OH Overheat" anzeigt, der sollte den Effeuno N3 in Betracht ziehen, dieser erreicht mit dem identischen verbauten Thermostaten etwas höhere Temperaturen.
Pizza backen im Voyager Svizzera
Um ein abschliessendes Fazit zum Voyager Svizzera ziehen zu können, gilt es natürlich, eine Margherita in ihm zu backen. Den Teig haben wir diesmal von Hand nach dem AVPN Rezept mit 1.8 KG Mehl auf 1 Liter Wasser, 0.8 Gramm Hefe (aufgrund der Wintertemperaturen) und 50 Gramm Salz (ideal für die Mineralisation des Luzerner Wassers) zubereitet.
Zum belegen setzten wir auf unsere beliebten La Carmela San Marzano Tomaten mit 1% Salzzugabe.

Und wie so meistens beim ersten Mal mit einem neuen Ofen ging etwas schief.

Da der Voyager Svizzera nicht auf hohen Plastikstelzen steht wie der Effeuno N3, ist die Backfläche etwas tiefer gelegen und entsprechend findet das Platzieren der Pizza trotz unseres sehr guten Pizzaofenwagens nicht ganz auf Augenhöhe.
Da wir natürlich mit einer guten Drehschaufel ausgestattet sind, liess sich dieses kleine Malheur aber problemlos auskorrigieren.

Die Resultate gefielen uns sehr.
Obwohl man den gesplitteten Biscotto sogar auf dem Unterboden der Pizza teilweise sehen kann, hatte er keinerlei negativen Einfluss auf das Backresultat, im Gegenteil der mitgelieferte echte Biscotto ist das klare Kaufargument für den Voyager Svizzera.
Macte Voyager Svizzera im Vergleich zum Effeuno N3
Der Voyager Svizzera liefert mit seinem mitgelieferten Biscotto die ganz klar besseren Pizzen als der Effeuno N3 mit seinem "Effeuno Stein", mit dem viel tieferen Gewicht des Ofens (die von den beiden Herstellern zur Verfügung gestellten Gewichtsangaben stimmen nicht der Voyager ist markant leichter) ist auch die Mobilität auf der Seite von Macte. Die hochwertigere Verarbeitung zum erst noch einiges tieferen Preis bei Macte gefällt uns sehr.
Für den Effeuno N3 sprechen etwas mehr Leistung, die Bedienung von vorne sowie die erhöhte Backfläche durch die Plastikstelzen. Mit Upgrade auf einen echten Biscotto ist der N3 also ein respektabler Konkurrent zum Voyager Svizzera ab Werk ist aber offensichtlich, wer das Rennen um den besten Heimpizzaofen gewinnt.
Fazit
Das Entfernen der Folie und das Zusammensetzen der Tür machen nur so mittelmässig Spass. Dafür wird man, sobald der Voyager Svizzera einsatzbereit ist, mit dem momentan wohl besten Pizzaofen für den Heimgebrauch belohnt. Der Voyager Svizzera hat ordentlich Leistung, wobei der Biscotto sicher stellt, dass der Pizzaboden nicht unnötig verbrennt, der Ofen ist leicht und dadurch Mobil und das alles neu erst noch mit Schweizer Stecker und mehr als CHF 100 günstiger als der Effeuno N3 mit Upgrade auf Biscotto.
Wie alle Tests von pizzaschaufel.ch erfolgte auch dieser Test auf eigene Rechnung, eine Einflussnahme des Herstellers ist daher unmöglich. Es handelt sich um die freie Meinung des Autors.





















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