Unold Enzo vs Unold Luigi
- Jonas Matter

- vor 6 Stunden
- 5 Min. Lesezeit
Während der Unold Luigi die klassischen Probleme eines Ofens mit Cordierit Stein mit unlogischer Bedienung kombiniert, wartet inzwischen längst der etwas grössere Bruder der Unold Enzo, auf seinen Einsatz. Ob Unold die Bedienlogik beim Enzo besser im Griff hat und weshalb es uns bei jedem Öffnen der Ofentür kalten den Rücken herunterläuft, erfährst du im Test zum Unold Enzo.
Unboxing
Direkt nach dem Öffnen des Kartons sticht einem ein Schaufelgriff und der Karton des Cordierit Stein ins Auge.

Beim Vergleich der mitgelieferten Pizzaschaufel mit unserer 30cm Schaufel fallen sofort gewisse Ähnlichkeiten auf. Zwar ist die Unold Schaufel nicht so glatt wie unser Modell, es fehlt eine angeschliffene Kante zur Aufnahme der Pizza plus ist der Holzgriff zu dick und steht daher unnötig ab, aber nichts desto trotz müssen wir sagen; well played Unold, ihr habt es als erster Hersteller geschafft, eine Pizzaschaufel zu einem Ofen zu liefern, die nicht direkt in den Müll gehört.
Nach der Schaufel und dem Cordiertstein kam ein Fixadapter zum Vorschein, (Wir haben den Ofen bei Galaxus gekauft und wissen nicht ob es den Ofen auch mit CH-Stecker gäbe) welchen wir sofort installierten.

Mitgeliefert wird ein Rezeptbuch und die Erklärung zu den vorprogrammierten Backprogrammen.
Wie schon beim Unold Luigi ist auch beim Unold Enzo das Teigrezept ziemlich gut, auch hier punktet Unold wie kein anderer Ofenhersteller.
Was weniger gut als das Rezeptbuch ist, ist die Voreinstellung im Manual-Programm. Eine Pizza bei 450° Celsius 4 Minuten backen zu wollen, hilft sicher für die Bewerbung beim Krematorium, aber in der Küche ist diese Backzeit einiges zu lang, 90 bis 120 Sekunden würden reichen.
Nachdem wir den Ofen aus der Packung entnommen haben, gilt es noch ein paar Klebestreifen zu entfernen, die wohl sicherstellen sollen, dass die Seitenpaneelen bis zur Auslieferung am Ofen kleben bleiben.

Beim Öffnen der Tür des Unold Enzo wird das innovative und zugleich miserabel umgesetzte Drehsystem des Enzos sichtbar. Ein Blechführung nimmt den Cordierit Stein auf und hebt diesen etwas aus dem Ofen und platziert diesen beim Schliessen wieder auf dem Drehmechanismus. Was eigentlich genial klingt, (bei offener Tür rotiert der Stein entsprechend nicht) wurde so billig umgesetzt, dass man die Türe kaum öffnen kann, da das Blechgestellt ständig irgendwo verklemmt und dazu quietscht es grauenhaft.

Nicht nur das Drehsystem ist billigst umgesetzt - auch die Dichtung, die beim Unold Luigi extrem rauchte, ist nun komplett entfallen. Gut, könnte man meinen, dies bedeutet nun aber, dass man bereits bei Lieferung einen Blech auf Blech verkratzten Ofen erhält, (siehe oberer Teil der Ofenöffnung) der beim Schliessen nicht nur durch das grausige gequietsche des Steinplatziermechanismus, sondern auch durch das Aufschlagen der Türe am Ofen sehr unangenehme Geräusche macht.
Hier ein Video einer Ofenöffnung - das genauso schlimme Schliessen mit anschliessendem Aufschlagen der Türe am Ofen ersparen wir euch.
🔊 Für den vollen Genuss unbedingt mit Ton. 🔊
Vermutlich handelt es sich beim Unold Enzo im den bisher am schlechtesten verarbeiteten Pizzaofen, den wir für unseren Blog testen. Und das heisst etwas. Nichtsdestotrotz wagen wir uns zum nächsten Schritt in unserem Test.
Unold Enzo Aufheiztest
Um zu testen, wie schnell der Unold Enzo aufheizt, muss man ihn zuerst mal einschalten. Der Enzo ist im Gegensatz zum Unold Luigi intuitiv zu bedienen - toll zu sehen, wie sich hier einiges verbessert hat.
Wir entscheiden uns natürlich für den Neapolitanischen Modus und starten den Aufheizprozess.

Sofort fällt auf, dass die drei PC- Lüfter am hinteren Teil des Ofens von der Lautstärke her eher für einen Windkanal geeignet wären. Aber vermutlich geht es auch darum, die Türgeräusche etwas zu übertönen?
Nach 15 Minuten erreicht der Ofen bereits nahezu 400°.

Es irritiert uns etwas, dass der Unold Enzo keine Temperatur anzeigen kann, die Anzeige bleibt immer auf der Voreingestellten Temperatur. Nach dem Erreichen der voreingestellten Temperatur piepst der Enzo drei Mal und die grüne Ready Lampe leuchtet auf.

Nach Erreichen der 500° oben und 425° unten zeigt unser Thermometer ca. 430° an. Was wohl heisst, dass die verbauten Thermostaten funktionieren. Als wir den Ofen weiter laufen liessen, kam er auf maximal 470° im Neapolitanischen Modus. Diese Temperatur ist absolut ausreichend, wenn nicht sogar eher schon zu hoch für einen Cordierit-Stein.

Backtest
Wie schon den Unold Luigi testen wir auch den Unold Enzo mit einer Margherita.
Dazu haben wir Teig nach AVPN Rezept mit Caputo Pizzera vorbereitet und liessen diesen 24h Stunden bei Raumtemperatur aufgehen.

Da die mitgelieferte Unold Schaufel einen brauchbaren Eindruck machte, benutzten wir selbstverständlich diese. Trotz den zuvor erwähnten Macken würde sich ein Upgrade auf unsere 30-cm Schaufel unserer Ansicht nach nicht lohnen, denn auch mit der Unold Schaufel bringt man die Pizza heil in den Ofen.

Schon früh beim Backen zeichnete sich das übliche Problem von Elektroöfen mit Ober- und Unterhitze in Kombination mit Cordierit Steinen ab. Auch im Unold Enzo werden die Böden verbrannt, während die Oberseite der Pizza zu wenig Hitze abbekommt. Deshalb hiess es nach ca. 60 Sekunden öffnen und Pizza direkt unter die obere Heizschlange halten.

Da der Steinhebemechanismus den Stein und ein hinteres Blech nach vorne hebt, kann man die Pizza nur hälftig unter die Heizschlange halten. Entsprechend war auch das Resultat.
Die Oberseite war zu wenig gebacken und der Boden verbrannt, mit diesen Erfahrungen machten wir uns an Pizza Nummer zwei.
Leider lässt sich die Untere Heizschlange nicht komplett ausschalten, aber immerhin lässt sich die Leistung auf 400° reduzieren, bei allen Temperaturen darunter reduziert sich auch die Oberhitze.

Mit genügend Semola machen wir uns an Versuch zwei.

Bei der zweiten Pizza sind wir natürlich gefasst und greifen schon viel früher ein und heben die Pizza vom Cordierit ab und halten sie unter die Heizschlange, dadurch holen wir das wohl bestmögliche Resultat aus dem Enzo raus.
Während wir den Schaden im Bodenbereich durch obige Massnahme begrenzen konnten, so gefällt uns das Bild von oben trotzdem nicht die obere Heizschlange bringt einfach zu wenig Leistung und der Backraum ist mit zu viel Blech versperrt, als dass man das mit dem unter die Heizschlange halten noch retten könnte.
Fazit zum Unold Enzo
Der Unold Enzo hat das gleiche Problem wie sein Bruder, der Luigi zu viel Unterhitze bei zu wenig Oberhitze. Während man beim Luigi, mit dem unter die Heizschlange halten, die Resultate noch etwas aufpeppen kann, ist dies im Unold Enzo kaum möglich, da er mit seiner quietschigen Konstruktion den Backraum direkt selbst versperrt.
Wenn du also einen Chinaofen mit Cordieritstein kaufen möchtest, dann achte unbedingt darauf, dass er keine Unterhitze und genügend Oberhitze hat. Dies bietet beispielsweise der Cozze Premium Rotate.
Wir kauften den Cozze Premium Rotate damals für CHF 300, was zwar CHF 80 mehr sind, als was wir für den Unold Enzo hingelegt haben, aber die massiv bessere Verarbeitung rechtfertigt diesen Aufschlag allemal. Die Verarbeitungsqualität des Unold Enzos war wirklich ungeschlagen schlecht.
Wie alle Tests von pizzaschaufel.ch erfolgte auch dieser Test auf eigene Rechnung, eine Einflussnahme des Herstellers ist daher unmöglich. Es handelt sich um die freie Meinung des Autors.





















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