Nach dem Test des Ooni Fyra vor etwas weniger als einem Jahr ist es mal wieder Zeit einen Ooni Ofen zu testen. Im Vergleich zum Ooni Karu 12 konnte der Ooni Fyra nur mit (Buchen-) Holzpellets befeuert werden, welche leider eine nicht zu vernachlässigende Rauchentwicklung zur Folge hatten. In meiner Mietwohnung in einem Mehrfamilienhaus hätte ich diesen jedenfalls nicht betreiben können. Ob der Ooni Karu weniger Rauch verursacht und was ihn sonst noch vom Ooni Fyra unterscheidet erfährst du im pizzaschaufel.ch Review.
Unboxing
Wie für Ooni üblich wird der Karu 12 in einem relativ kleinen, doppelwandigen, braunen Versandkarton geliefert in welchem sich dann der eigentliche Verpackungskarton befindet. Ooni beherrscht das Verpackungs-Game wie kein Zweiter in der Branche. Seit dem letzten Unboxing eines Ooni Ofens wurde nun auch noch ein Grossteil des Plastiks durch biologisch abbaubare Folien ersetzt.
Erster Eindruck
Der Ofen ist, wie für Ooni üblich, extrem hochwertig verarbeitet und hat einige schlaue Details wie eine Halterung für einen Sechskant (welchen man für den Umbau zum Gasofen benötigt) sowie eine Halterung für die Feuerklappe.
Was ausserdem sofort auffällt - insbesondere im Vergleich zum Ooni Fyra - sind die Ofentür und der Cordierit Pizzastein. Beide sind einiges dicker, während die dickere, doppelwandige Ofentür einem eher besorgt über zu wenig Leistung zurücklässt ist der dickere Pizzastein des Ooni Karu eine sehr gute Neuigkeit. Die zusätzlichen fünf Millimeter dürften wesentlich zu einer längeren Wäremspeicherung beitragen was einem beim Backen mehrerer Pizzen direkt nacheinander zugutekommt.
Ebenfalls fällt die beim Ooni Karu um einiges grössere Brennschale im Vergleich zum Ooni Fyra auf.
Der Zusammenbau des Pizzaofens gestaltet sich als sehr einfach und nahezu identisch zum Ooni Fyra. Der Einzige Unterschied ist die Brennschale welche von vorne anstatt von hinten in den Ofen geschoben wird.

Anstelle von Holz gilt es den Ooni Karu jetzt mit Holzkohle ein erstes Mal einzubrennen.
Einfeuern und Rauchentwicklung
Als Mieter in einem Mehrfamilienhaus stellt sich natürlich die Frage; Kann man den Ooni Karu mit Kohle oder Holz auf dem Balkon einer Mietwohnung betreiben? Die Antwort ist ein klares ja, wenn auch mit gewissen Vorbehalten.
Zum ersten Einbrennen verwendete ich gewöhnliche Holzkohle und zwei in Wachs getränkte Holzwoll-Anzündhilfen.

Direkt nach dem Anzünden ergibt sich die stärkste Rauchentwicklung. Das sieht dann etwa so aus:
In Mehrfamilienhäusern in denen Holzkohlegrills also grundsätzlich erlaubt sind oder in solchen in denen zumindest Lotusgrills toleriert werden dürfte auch der Ooni Karu, mit Holzkohle betrieben, kein Problem darstellen. Da, wie bei einem Lotusgrill, kein Fett in die Glut tropfen kann beruhigt sich die Rauchentwicklung direkt nach dem Anfeuern sowieso auf nahezu null.
Die Ofentür und die Feuerklappe können übrigens direkt nach dem Anzünden geschlossen werden. Der Ooni Karu zieht sehr schön und das Feuer erlischt nicht.
Ooni verspricht auf der Verpackung, der Pizzaofen sei nach 15 Minuten bereit zum Kochen. Ob mit Kochen Pizzabacken gemeint ist und welche Befeuerungsmethode diese Zeit verspricht ist unklar. Nach exakt 15 Minuten ist mein Ooni Karu jedenfalls alles andere als bereit eine Pizza im Neapolitansichen Stil zu backen. Die doppelwandige Ofentür scheint also wirklich ihre Notwendigkeit zu haben. Dafür findet man leider sehr viele Russ- und Kohlepartikel auf dem Pizzastein. Wer den Ooni Karu mit Holzkohle betreibt braucht also dringend eine Ofenbürste (es sei denn man möchte sich die Kohletablette bei Durchfall ersparen).
Da bei dieser Temperatur vielleicht Grosis Sonntigszöpfe nicht aber eine gute Pizza gebacken werden kann legte ich Holzkohle nach und experimentierte mit der Kaminklappe.
Es stellte sich heraus, dass das Schliessen der Klappe zwar den Kohleverbrauch verringert jedoch auch die Temperatur nicht mehr wirklich weiter steigern lässt.